Seriously!?

Aus den USA erreichen einen ja häufiger Nachrichten von kuriosen Gerichtsurteilen. Ich möchte zwei der unglaublicheren aus den letzten Monaten aufgreifen.

Im Januar 2013 las ich von einem Fall von Vergewaltigung, in dem der Täter freigesprochen wurde, weil die Art und Weise seines Vorgehens in Kalifornien nicht als Vergewaltigung definiert ist – in einem Gesetz aus den 1870er Jahren! Im vorliegenden Fall musste der Täter in Revision freigesprochen werden, nachdem er zuvor in erster Instanz schon verurteilt worden war. Und das, obwohl an seiner Schuld kein Zweifel bestand.
Das ganze sich so zugetragen: Der Mann hatte sich in die Wohnung geschlichen, zu der 18-Jährigen ins Bett gelegt und Sex mit ihr gehabt. Diese hatte ihn zunächst für ihren Freund gehalten, sich aber gegen ihn gewehrt, sobald sie die Verwechslung bemerkte. Die Crux an der Sache ist nun folgendes:

“The current law says sex by trickery is rape only if the victim is married and the man pretends to be her husband.”

Wäre das Mädchen verheiratet und der Täter hätte sich als ihr Mann ausgegeben, so wäre es eine Vergewaltigung gewesen – da sie aber nicht verheiratet ist, war es auch keine Vergewaltigung. Und das nur, weil es sich um eine uralte Gesetzeslücke handelt, die schon vor Jahrzehnten hätte gestopft werden sollen – was wohl nur aus Bequemlichkeit nicht geschah. Unglaublich! Diese Lücke soll nun endlich geschlossen werden, aber das ist für das betroffene Mädchen natürlich zu spät.

Nun zum zweiten Fall, der mir vorgestern über den Weg lief.
In Texas ist ein junger Mann freigesprochen worden, nachdem er eine Escort-Dame erschossen hatte. Er hat die Tat zugegeben und es handelte sich nicht um Notwehr. Hintergrund: Er war davon ausgegangen, dass in den 150$ für den gemeinsamen Abend Geschlechtsverkehr inbegriffen gewesen sei. Als sie ging, ohne mit ihm Sex gehabt zu haben, folgte er ihr, verlangte das Geld zurück und schoss ihr in den Hals. Sie war danach gelähmt und starb wenige Monate später. Weshalb er nun trotzdem freigesprochen wurde: Es sei nicht seine Absicht gewesen, sie umzubringen, sondern lediglich sein Geld zurückzubekommen. Und:

Texas law allows people “to use deadly force to recover property during a nighttime theft.”

Weil es Nacht war und er der Meinung war, dass es sich um einen Diebstahl gehandelt hatte, war er also laut Gericht im Recht, die junge Frau zu erschießen. Völlig verrückt!

Video aus dem Irak

Soeben wurde von Wikileaks ein Video veröffentlicht, in dem einige bewaffnete Zivilisten und zwei Reuters Journalisten ohne erkennbaren Grund von US-Soldaten hinterrücks erschossen werden. Einige Helfer, die den einzigen Überlebenden in ihren Wagen heben wollen, werden ebenfalls beschossen. Über ein Dutzend Menschen sterben, zwei Kinder werden verletzt. Detailliertere Informationen gibt es hier.

Besonders die flapsigen Kommentare der Schützen sind einfach nur unglaublich… Und natürlich wird von offizieller Seite alles vertuscht.

Suspected terrorists

Die USA haben ja schon seit langem eine Liste, auf der sie Terrorverdächtige (mittlerweile etwa 1 Million!) speichern. Weil da mittlerweile so viele Leute drauf sind, die gar keine Terroristen sind, sollen diese bald beweisen können, dass sie unschuldig sind; dann kämen sie auf eine andere, neue Liste. Dann haben die USA also eine Liste mit suspected terrorists und eine neue Liste mit Nicht-Terroristen. Das schöne: Die Leute auf dieser Liste werden wohl trotzdem weiterhin am Flughafen besonders kontrolliert…
Mehr Infos gibt es hier.

Fragen, die die Welt bewegen

Seit ich heute morgen das Radio einschaltete, weiß ich, welche unglaublich wichtigen Fragen uns heute begleiten werde.

1. Was wird Barack Obama heute während seiner Amtseinführung sagen?
2. Wie wird seine Frau Michelle gekleidet sein?

Besonderes letzteres scheint eine extrem wichtige Frage zu sein. Wenn das die Dinge sind, über die sich die Welt akut Gedanken machen muss, kann es so schlimm ja gar nicht sein…

“Wie können die das so einfach machen?!”

Vorlesung über die Französische Revolution im internationalen Kontext der Zeit. Seit einer Stunde haben wir von Russlands Machtpolitik, Preußens und Österreichs Taktieren und dessen Folgen gesprochen, unter anderem auch über die mehrmalige Teilung des Königreichs Polen. Polen, das wenige Jahrzehnte zuvor ein großes und mächtiges Reich war, wurde zwischen den drei Nachbarn aufgeteilt, stand dem wegen der militärischen Übermacht insbesondere Russlands allerdings machtlos gegenüber.

Da meldet sich plötzlich eine Kommilitonin und fragt völlig irritiert: “Ich verstehe das nicht, wie können die Russen so einfach Polen aufteilen?” Den Dozenten irritierte die (völlig überflüssige!) Frage sichtlich, er erklärte kurz, dass Russland halt militärisch stark war und sich deswegen alles erlauben konnte. Als letztes Argument kam dann: “Schauen Sie sich doch mal an, wie sich die USA im Nahen Osten aufführen, das ist auch nichts anderes.”