Ungarntour 2009

Von den Vorbereitungen für unsere große Tour zum Plattensee an Pfingsten hatte ich ja schon berichtet. Im Endeffekt hat sich dann doch noch einiges geändert, sodass wir schließlich in acht Tagen 3000km durch sieben Länder gefahren sind.

Freitag, 29.05.
Eigentlich sollte es abends losgehen nach Schwalmstadt zum Fennertreffen. Kurz vor dem Losfahren wollten wir noch kurz im Hotel Bescheid sagen, dass wir etwas später kommen würden. Da kam dann heraus, dass das Hotel uns zwar das Zimmer bestätigt hatte, alle Zimmer aber anderweitig vergeben hatte. Also machten wir uns auf die Suche nach einem anderen Hotel und beschlossen, doch lieber erst Samstag morgen zu starten.

Samstag, 30.05.
Um früh in Schwalstadt zu sein, standen wir schon um 5:30 Uhr auf. Gepackt hatten wir schon Freitag, was bei den neuen Packtaschen mit je 25l nicht gerade einfach war. Die Schuhe mussten schon in den Tankrucksack, der schließlich fast aus den Nähten platzte. Da war die ZZR mit ihren 130l Stauraum schon komfortabler!
Über die Landstrassen ging es nach Schwalmstadt, wo wir ein Zimmer im Hotel Hof Weidelbach hatten. Dort gab es eine Menge Tiere und ein großes Trampolin. Dann fuhren wir nach Schwalmstadt rein und besuchten Verwandte von Enno als kleinen Vorgeschmack auf das große Fennertreffen am Abend und am Sonntag. Dabei waren z.B. Leute aus Malaysia, Finnland und den USA, mit denen wir viel Spaß hatten. Ausklingen ließen wir den Abend zusammen mit Gernot und Barbara, was ebenfalls sehr lustig war.

Sonntag, 31.05.
Heute sollte es weiter nach Prag gehen, doch dann stellten wir fest, dass Enno vergessen hatte, die Europakarten aufs Navi zu spielen. So mussten wir uns dann ohne Navi oder Karte durch sieben Länder tasten, von denen wir in fünfen nicht einmal die Sprache beherrschen.
Dennoch klappte alles gut: Nach Prag war es nicht schwer zu finden, das Hotel fanden wir dank eines Stadtplans im Zentrum auch überraschend schnell. Die Fahrt war allerdings ziemlich unangenehm, denn es war mit knappen zehn Grad unangenehm kalt. Als dann hinter Chemnitz auch noch Regen dazukam, wurde es noch ungemütlicher. Zum Glück ließen wir den Regen in der Tschechischen Republik rasch hinter uns und hatten dort sogar Sonnenschein.
Das Hotel war in Ordnung: Zentral gelegen (fußläufig zur Innenstadt), freundliches Personal und ein kostenloser Parkplatz. Allerdings war das Frühstück schlecht und die Nachbarn die ganze Nacht durch sehr laut. Wir verbrachten den Abend in der City, die sehr schön ist, und ließen uns mit einer Thai Massage verwöhnen. Danach ließen wir den Abend mit leckeren Cocktails ausklingen.

Montag, 01.06.
Gegen 10 Uhr starteten wir Richtung Siofok. Durch Prag zur Autobahn ging gut, als wir einmal wussten, dass wir auf die andere Seite des Flusses mussten. Auch die folgenden 550km durch die Tschechische Republik, die Slowakei und Ungarn klappten (auch ohne Navi) ohne Probleme. An der Grenze zu Ungarn aßen wir an einer Raststätte zu Mittag. Da dort die Toiletten gesperrt waren, mussten alle die Behindertentoilette benutzen. Die Schlange war so lang, dass ich eine halbe Stunde warten musste, obwohl gar nicht so unglaublich viele Leute vor mir standen – manche brauchten geschlagene fünf Minuten, und zwischendurch bestand die Klofrau darauf, den Boden feucht zu wischen.
Ab Györ fuhren wir auf der Landstraße weiter; eine schöne kurvige Straße durch kleine Dörfer und an malerischen Schlossruinen vorbei. Die Motorradfahrer sind ein Erlebnis: Alle grüßen freundlich, fahren aber wie der Teufel. Dauernd riskante Überholmanöver in nicht einsehbaren, engen Kurven mit einem Tempo von weit über 100. Und das dann noch mit einem Kind auf dem Sozius.
Die letzten 30 Kilometer um den See herum zogen sich sehr für unsere angestrengten Muskeln. Am späten Nachmittag kamen wir müde, aber gut und ohne Verfahren in Siofok am Plattensee an. Unser erster Weg führte in die kleine Fußgängerzone, wo wir zu Abend aßen und uns noch mit Getränken eindeckten.

Dienstag, 02.06.
Wie im letzten Jahr wohnten wir in Müllers Panzio – großes Zimmer mit riesiger Dusche und frei verfügbarem Kühlschrank, gutes Frühstück und nettes Personal, außerdem in 300m Nähe zum Strand und zur Innenstadt.
Ennos MiniNotebook, das er extra für den Urlaub gekauft hatte, hatte schon am ersten Tag den Geist aufgegeben und ließ sich nur selten dazu bewegen, überhaupt zu starten. Dafür hatten wir manchmal sogar WLan.
Mittags gingen wir in der Fußgängerzone bummeln und wollten einen Cocktail trinken. Da dem Cocktailshaker Ennos Virgin Colada aber ohne Alkohol als “zu exotisch” (= langweilig?) erschien, kippte er Grenadine drüber. Zumindest sagte er das so; dem Geschmack nach war da ne ganze Menge mehr Alkohol drin. Nix mit “davon merkst du gar nichts”! Ich musste dann beide Cocktails trinken und muss sagen: Beide waren lecker, aber die Virgin Colada hatte erheblich mehr Alkohol als mein Sex on the Beach…
Da der Wetterbericht für das kommende Wochenende Regen und Sturm verhieß, buchten wir ein Last Minute Ticket für den Autozug von Villach in Österreich nach Düsseldorf, was uns 800km Weg sparte.

Mittwoch, 03.06.
Wir setzten mit der Fähre über den Balaton und schauten uns die Halbinsel Tihany an. Landschaftlich sehr schön, doch hätte ich nach der Beschreibung im Reiseführer etwas mehr erwartet. Dennoch aßen wir leckeren Langos und fuhren dann weiter nach Balatonfüred, wo wir mit Blick auf den Hafen etwas tranken und Postkarten schreiben. Wieder in Siofok, nutzten wir das gute Wetter (28° und Sonne), um im See zu baden.

Donnerstag, 04.06.
Auf nach Budapest! Die anfänglichen Wolken verzogen sich bald, sodass wir durchgehend schönes Wetter hatten und uns unbeschwert die Stadt ansehen konnten. Unser Urteil vom letzten Mal hat sich bestätigt: Eine wirklich schöne Stadt mit unglaublich vielen alten Häusern. Manche sind heruntergekommen, dafür sind andere mit deutlich sichtbarer Sorgfalt restauriert worden.
Wir entschieden uns für eine Fahrt auf der Donau (da das Motorrad sicher angekettet war, machten wir uns diesmal keine Sorgen darüber, ob es bei unserer Rückkehr noch da sein würde). So schauten wir uns dann eine Stunde lang die Sehenswürdigkeit vom Wasser aus an und bekamen einen ganz guten Überblick über die Stadtgeschichte. Die Ansagen waren in überraschend gutem Deutsch und Englisch.
Für den Abend hatten wir uns vorgenommen, Siofoks Nachtleben genauer auszutesten. Offenbar haben die Diskos dort aber auch Anfang Juni noch nicht auf. So gingen wir noch in eine Bar und tranken dort die schlechtesten Cocktails unseres Lebens.

Freitag, 05.06.
Unser erster verregneter Tag am Plattensee. Wir fuhren in den Nachbarort, wo es eine große Panzerausstellung gibt. Es war schon spannend zu sehen, wie schrecklich eng und ungemütlich es in so einem Panzer ist. Enno kletterte in einen hinein und musste sich ganz schön zusammenfalten, um auf den Fahrersitz zu kommen.
Den Nachmittag verbrechten wir mit einem langen Bummel durch den Ort. Eigentlich wollte ich auch noch einmal baden gehen, aber es zu kühl. Abends packten wir schonmal unsere Sachen und planten die Route nach Villach. Zur Auswahl standen die “Standardroute” über Graz, also quer durch Österreich, oder aber die Strecke über Zagreb und Ljubljana. Da auf der Südroute aber schlechteres Wetter angesagt war, entschieden wir uns für die Graz-Route.

Samstag, 06.06.
Da der Wetterbericht am nächsten Morgen für Zagreb 27° und Sonne ankündigte, warfen wir unseren Plan über den Haufen und fuhren doch durch Kroatien und Slowenien. Somit nahmen wir fünf Länder in 24 Stunden mit (Ungarn, Kroatien, Slowenien, Österreich, Deutschland).
Es lief alles gut, auch wenn es in Kroatien und Slowenien noch richtige Grenzkontrollen gibt und wir von den Währungen der beiden Länder keine Ahnung hatten; zum Glück konnten wir die Maut in Euro zahlen. Von den beiden Ländern sahen wir zwar wenig, aber immerhin ein bisschen. In Zagreb aßen wir zu Mittag, in Ljubljana machten wir nur kurz Stop zum Tanken.
Richtig lustig wurde es dann in Villach. Wir mussten für die 10km von der Grenze in die Stadt eine Vignette kaufen und kamen gegen 15:30 Uhr im leichten Nieselregen an. Dieser wurde bald zu strömendem Dauerregen für den Rest des Tages. Da wir noch drei Stunden bis zum Beginn des Verladens auf den Autozug hatten, zogen wir los, um uns mit Lesestoff und Essbarem für die Fahrt einzudecken. Zurück in der Gaststätte nahe des Bahnhofs bestellten wir gegen 16:30 Uhr etwas zu essen. Nach und anch trudelten immer mehr Motorradfahrer ein, die wie wir auf den Autozug warteten und noch schnell etwas essen wollten. So warteten wir denn und warteten – 80 Minuten lang. Eine halbe Stunde vor Beginn des Verladens bekamen wir dann das Essen, mit dem Hinweis, die Küche habe ja auch erst um 17 Uhr aufgemacht. Wenn das vorher jemand gesagt hätte, wäre wir in die Pizzabude nebenan gegangen… Die gleichmütige Antwort der Wirtin auf die zunehmend lauter werdenden Beschwerden: “Es hat hier noch keiner den Zug verpasst.” Ja, aber die Motorradfahrer müssen schließlich als erste da sein und verladen werden…
Trotz einer deutlichen Auskunftsfaulheit schafften wir es sicher auf den Autozug und verbrachten die folgenden 16 Stunden in der Gesellschaft von zwei sehr netten Motorradfahrern. Das schöne am Motorradfahren ist, dass man immer und überall Anschluss an Gleichgesinnte hat. So hatten wir eine angenehme Nacht und kamen am nächsten Morgen ausgeruht in Düsseldorf an. Auf jeden Fall angenehmer als 800km Autobahn im Regen!

Fazit: Eine tolle Tour mit viel Erholung am Plattensee und einer entspannten Rückfahrt. Gerne nächstes Jahr wieder :) Aber vielleicht geht es dann ja auch ganz woanders hin; wir wollten ja auch immer mal nach Irland.

Wieder zu Hause

Seit heute morgen sind wir wieder im Lande, morgen früh hat uns der Alltag wieder – Uni, die erste Klausur des Semesters, Referatsvorbereitung. Fazit: Ein toller Urlaub! Sieben Länder und 3000 Kilometer in acht Tagen, davon vier davon Badeurlaub am Plattensee.

Ein ausführlicher Tourbericht folgt bald!

Ungarn, wir kommen!

Studieren hat den großen Vorteil, dass um Pfingsten rum die Uni eine Woche dicht macht. Deshalb ist das die Gelegenheit für uns, in Urlaub zu fahren. Nach den anstrengenden ersten Wochen des Semesters kann ich den auch gut gebrauchen! Wie im letzten Jahr soll es nach Ungarn an den Plattensee gehen. Die geplante Route gibt es hier: Heute gegen Abend nach Treysa zu Ennos Familientreffen, wo wir den Samstag verbringen werden. Sonntag geht es weiter nach Prag, von da aus nach Siofok am Plattensee. Dort bleiben wir dann bis Samstag, den 6.6. und fahren mit einem Übernachtungsstop in Regensburg wieder nach Hause nach Hagen.

Freue mich schon sehr; die Tour letztes Jahr war wunderschön. Ich hoffe nur, dass wir genau so schönes Wetter haben werden! Bericht und Fotos folgen natürlich bald hier.

Erste kleine Tour mit der ZX-9R

Nachdem Enno seine ZZR geschrottet hat (*schnüff*), musste schnell ein neues Motorrad her, damit die für Anfang Juni geplante Ungarn-Tour nicht ins Wasser fällt. Gesagt, getan: Schon drei Tage später stand das neue Motorrad vor der Tür. Eine topgepflegte ZX-9R, die nur darauf wartete, ausprobiert zu werden. Nachdem wir gestern dann noch eine neue Batterie besorgt hatten, starteten wir abends um 23 Uhr im leichten Regen noch zu einer ersten kleinen Tour durch Hagen und Umgebung.

Auch nach etwa 80 Minuten Fahrzeit muss ich sagen: Mein erster (guter!) Eindruck hat sich bestätigt. Die Sitzposition ist für einen Supersportler erstaunlich angenehm. Der Soziussitz ist um einiges höher als bei der ZZR, sodass das Aufsitzen zwar schwieriger wird, ich aber auch während der Fahrt mehr sehe. Nun bin ich gespannt auf die Ungarn-Tour. Da werden wir schließlich immer mindestens den halben Tag auf der Straße verbringen. Diesmal werde ich frühzeitig anfangen, Magnesium zu schlucken, damit ich nicht wieder so mit Krämpfen zu kämpfen habe.