Neue Erkenntnisse beim Schwimmen
Posted in Schwimmen on 05/15/2009 01:24 pm by verenaBeim Schwimmen habe ich letzte Woche ganz neue Erfahrungen gemacht. Nach zwei anstrengend Dritteln mit zum guten Teil überdrehten und unkonzentrierten Kindern, wollten wir der dritten Gruppe etwas mehr Freiraum lassen. Da keine konkreten Wünsche zum Trainingsinhalt kamen (außer Staffeln und Springen, was für 50 Minuten Beschäftigung definitiv nicht ausreicht). Deshalb schlug ich vor, dass sie doch mal für 20 Minuten ihr eigenes Training machen könnten. Also faktisch schwimmen, wie und was und wie viel sie wollen, Hauptsache, sie bewegen sich und planschen und quatschen nicht zu viel. Das gleiche Konzept hatte vor Jahren mal eine meiner Trainerinnen mit unserer alten Gruppe ausprobiert – ich weiß noch sehr genau, dass es überhaupt nicht funktioniert hat, weil wir eben nur geplanscht und gequatscht haben.
Dementsprechend was ich äußerst überrascht, wie gut es mit unseren Großen klappte: Einer übernahm die Führung und schlug Übungen vor, die meisten machten mit und der Rest beschäftigte sich anderweitig sinnvoll. Sogar die ungeliebte Lage Delphin wurde freiwillig geschwommen! Am Ende hatte ich besonders viel Spaß beim Zuschauen: Nach einigen Runden zu zweit schwimmen (einer hält sich an den Füßen des andern fest, sodass einer beim Schwimmen für den Beinschlag, der andere für den Armschlag sorgt – ist als Übung bei vielen nicht besodners beliebt, da von der Koordination her schwierig), begannen die Mädels, die gleiche Übung zu dritt zu machen. Habe ich vorher noch nie gesehen und stelle ich mir ziemlich anstrengend vor. Das zogen die drei aber mit sehr großer Ausdauer durch, sogar in Delphin (und Delphin Armschlag ist ohne Unterstützung durch die Beine unglaublich schwer!). Die Jungs versuchten das gleiche währenddessen zu viert. Nachdem das nicht funktionierte, begannen sie, Streckentauchen durch die Beine der andern zu üben, was im 3,80m tiefen Becken nicht ganz einfach ist.
So waren im Endeffekt alle gut versorgt: Die Kinder hatten ein Training nach ihrem Geschmack und dabei noch viel Spaß, wir als Trainer hatten keinen Stress, mussten uns kein Gemecker über ungeliebte Aufgaben anhören und hattten nebenher unseren Spaß mit der super Selbstorganisation und dem Ideenreichtum der Kinder. Ich bin gespannt auf heute abend; vielleicht können wir so eine “Freischwimmphase” ja regelmäßig einbauen.