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Urteil im Talea-Prozess

Im Prozess um den Tod der fünfjährigen Talea aus Wuppertal ist gestern das Urteil gesprochen worden: acht Jahre Haft für die Pflegemutter. Die hatte zuletzt versucht, die Schuld auf ihen leiblichen Sohn (10) abzuwälzen, der eifersüchtig auf die Kleine gewesen sein soll. Mehr Infos gibt es zum Beispiel hier.

Interessant fand ich insbesondere, dass es so lange Diskussionen über die Schuld des Jugendamtes und des Kindergartens gab. Letztendlich wurden beide entlastet, aber noch während des Prozesses wurden immer wieder Vorwürfe gegen den Kindergarten laut: Warum habe man nicht sofort gemeldet, dass das Mädchen misshandelt wurde? Naja, als ob das immer so einfach wäre… Wie soll man sich da immer 100%ig sicher sein können? Die Kindergärtnerinnen waren zurecht vorsichtig, haben ihre Vermutungen aber an das Jugendamt weitergegeben und somit ihre Pflicht erfüllt. Denn wenn sie sich mit ihren Vermutungen geirrt hätten, wäre das Geschrei groß gewesen. So aber wäre es die Pflicht des Jugendamtes gewesen, nach Talea zu sehen.

Ich frage mich aber auch, wieso Talea ausgerechnet einer Pflegemutter anvertraut wurde, die sogar mit ihren eigenen zwei Kindern überfordert war. Ich weiß noch genau, was für ein Theater es war, als meine Tante und mein Onkel gerne ein Pflegekind zu sich genommen hätten; die gesamte Familie ist auf Herz und Nieren überprüft worden, ob sie eine passende und verantwortungsvolle Pflegefamilie sein würden, der Vorgang zog sich weit über ein Jahr.

Viele offene Fragen und Versäumnisse konnten also nicht zufriedenstellend geklärt werden. So bleibt denn wohl weiter offen, wie diese schreckliche Geschichte, die eine Fünfjährige das Leben kostete, passieren konnte.

 

Neue Aussage im Talea-Prozess

Nach acht Monaten des Schweigens hat gestern im Prozess um den Tod der fünfjährigen Talea die Pflegemutter des Mädchens ausgesagt: Sie habe mit ihren leiblichen Kindern mittags das Haus verlassen, und als sie gegen Abend zurückgekommen sei, habe sie das Mädchen leblos in der eiskalten Badewanne gefunden. Mal ganz davon abgesehen, dass es unverantwortlich ist, eine Fünfjährige, die angeblich zur Tollpatschigkeit tendierte, stundenlang allein zu lassen, klingt diese Aussage ziemlich unglaubwürdig. Wieso hat das Mädchen in der mit eiskaltem Wasser gefüllten Badewanne gelegen? Etwa aus eigener Entscheidung?! Klingt seltsam. Dann hat die Pflegemutter erst selbst versucht, das unterkühlte, aber immer noch lebende Kind aufzuwärmen, bevor sie einige Zeit später doch Hilfe geholt habe. Auch komisch. Und woran ist die Kleine dann erstickt?

Klingt alles nicht sehr plausibel. Insgesamt also hat die Aussage noch nicht wirklich zur Klärung der Geschehnisse beigetragen. Arme kleine Talea!