Deutsches Schwimmabzeichen trotz Behinderung?

Gestern wanderte ein Gespräch zu der Frage, was denn eigentlich mit Kindern ist, die wegen einer Behinderung nicht in der Lage sind, die reguläre Prüfung für das Deutsche Jugendschwimmabzeichen abzulegen. Zur Erklärung: Dazu gehört immer ein Sprung ins Wasser vom Block und/oder Sprungturm, teilweise Dinge wie Transportschwimmen, und je nach Behinderung kann so etwas ja unmöglich sein. Diesen Kindern zu sagen “Pech gehabt” wäre sicherlich diskriminierend – nur gibt es eine offizielle Regelung dazu oder liegt das im Ermessen des Abzeichenabnehmers?

Die Antwort lieferte Google: Selbstverständlich gibt es eine Regelung vom Deutschen Schimmverband, wir leben ja schließlich in Deutschland :-) Und diese Regelung ist sehr gut durchdacht und wird einzeln auf jedes Abzeichen übertragen. Das komplette Regelwerk inklusive der Bezüge zur Teilnahme von Personen mit Behinderungen ist z.B. hier beim DLRG zu finden.

Der erste konkrete Bezug auf Menschen mit Behinderung kommt auf Seite 8. Er liefert sowohl einen Anspruch für die Behinderten, ebenfalls an den Prüfungen teilnehmen zu können, als auch Sicherheit für den Abnehmenden, der den Grad der Behinderung bzw. die Sporttauglichkeit der Person ggf. nicht selbst beurteilen kann:

“100 Allgemeine Bestimmungen
100.1 Regelungen für Menschen mit Behinderung
Behinderte werden in die Ausbildung einbezogen, soweit dies ihre Behinderung erlaubt. Eine ärztliche Bescheinigung muss über die allgemeine Sporttauglichkeit Auskunft geben. Für Menschen mit Behinderung können Sonderleistungen eingeräumt werden.”

Unter “Ausführungsbestimmungen” wird dann für jedes Schwimmabzeichen geregelt, welche Prüfung in welchem Fall wodurch ersetzt werden kann, also z.B. Weit-Tieftauchen statt dem Sprung vom Drei-Meter-Brett oder Kleiderschwimmen statt Transportschwimmen. Diese Liste ist beim Jugendschwimmabzeichen Gold dann schon richtig lang:

“Ausführungsbestimmungen:
(…)
Für Menschen mit Körperbehinderung können die praktischen Prüfungsbedingungen wie folgt geändert werden:
50 m Schwimmen in beliebiger Technik in höchstens 1:20 Minuten (anstelle von: 50 m Brustschwimmen in höchstens 1:10 Minuten)
25 m Schwimmen in einer anderen Technik als bei der vorstehenden Disziplin gewählt (anstelle von: 25 m Kraulschwimmen)
50 m Rückenschwimmen (anstelle von: 50 m Rückenschwimmen mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit)
10 m Streckentauchen (für Behinderte mit doppeltem Arm- oder Beinschaden anstelle von: 15 m Streckentauchen)
50 m Kleiderschwimmen (Hosenbein und Ärmel der Jacken entsprechend der Behinderung gekürzt; anstelle von: 50 m Transportschwimmen)
Tieftauchen: Heraufholen von drei kleinen Tauchringen innerhalb von 4 Minuten in höchstens 4 Tauchversuchen (bei doppeltem Arm- oder Beinschaden anstelle von: innerhalb 3 Minuten in höchstens 3 Tauchversuchen)
Weit-Tieftauchen (für Menschen mit Schwerstbehinderung, z. B. Querschnittgelähmte): Aus 8 m Entfernung ca. 2 m Tieftauchen mit Heraufholen eines Gegenstandes (anstelle von: Sprung aus 3 m Höhe)”

Wow, da scheint echt an alles gedacht worden zu sein! Oder wie seht Ihr das – fehlt was?

Frauen und Motorrad

Ich hätte es ja nicht gedacht, aber es passiert wirklich erschreckend oft, dass man als Frau für unfähig erachtet wird, mit einem Motorrad umzugehen. Nicht, dass einem dauernd gesagt würde, dass das schlecht sei, aber da ist oft ein regelrechter Unglaube (“Wie, das ist DEIN Motorrad vor der Tür?!”) oder übertriebener Zuspruch (“Das ist ja super, dass du als Frau Motorrad fährst!”). Interessant daran ist, dass ich eigentlich recht viele Frauen kenne, die selber Motorrad fahren; das Klischee “Mann fährt, Frau fährt mit” stimmt jedenfalls schon lange nicht mehr. Auch wenn es immer noch in weiten Teilen eine Männderdomäne ist, könnte man das eigentlich mitbekommen haben. Und auch wenn man – wie ich – technisch nicht sehr versiert ist und sich nicht für Tuning interessiert, kann man trotzdem Motorrad fahren; es ist ja auch nicht jeder Autofahrer der geborene Schrauber.

Lustig war es jedenfalls heute beim Schwimmen. Ich bin nicht häufig mit dem Motorrad dort, weil mir Bus und Bahn im Alltag auch reichen, aber die meisten Kinder dürften es mittlerweile mitbekommen haben. Trotzdem musste ich der ersten Gruppe jedes Feature meines Helms erklären (Belüftung, Visier, Headset), und beim Umziehen am Ende kam dann – ich war gerade dabei, die Motorradjacke anzuziehen – von einem der Mädchen:
“Verena, fährst du Motorrad!?”
“Ja, deshalb hab ich ja die Motorradklamotten an.”
“Aber du bist doch ‘ne Frau! Frauen fahren nicht Motorrad!”

Soviel zur emanzipierten Jugend von heute…

Fragen über Fragen

Gestern abend beim Schwimmen. Ein Mädchen, 8 Jahre alt, hält beim Einschwimmen an und fragt mich:
“Verena, weißt du, wo die Fuxball WM stattfindet?”
“Ja klar, in Südafrika.”
Schockiertes Schweigen – “Woher WEISST du das?!”
Ich würde mal vermuten, dass hat mittlerweile fast jeder (unfreiwillig) mitbekommen. Und Freitag geht es dann tatsächlich los. Ich bin gespannt!

Schwimmen auch für Muslime

Es gibt nun ein Urteil, nachdem auch muslimische Mädchen im Grundschulalter verpflichtet sind, am Schwimmunterricht teilzunehmen. Das halte ich für eine sehr, sehr wichtige und richtige Entscheidung! Religion hin oder her, aber es können nicht immer und überall Extrawürste für manche Religionsgemeinschaften gebraten werden. Das hat jetzt nichts mit Islamfeindlichkeit oder Ausländerhass zu tun, sondern ist einfach ein Teil von Integration in die deutsche Kultur: Wohnt man in einem Land, gehen die Kinder in diesem Land zur Schule, dann muss man sich zumindest bis zu einem gewissen Grad an die Gepflogenheiten in diesem Land anpassen. Beliebtes Beispiel in diesem Fall: Deutsche können sich in einem streng muslimischen Land auch nicht so einfach im Bikini an den Strand setzen.

Es ist ja nichtmal so, dass die Mädchen in unzumutbarer Schwimmkleidung am Unterricht teilnehmen müssen – der sogenannte “Burkini” bietet eine Bedeckung des gesamten Körpers. Den finden die Eltern, die geklagt hatten, allerdings nicht angemessen, weil er sich mit Wasser vollsauge und beim Schwimmen hinderlich sei. Naja, genau das ist der Grund, warum die meisten Leute andere Badebekleidung tragen…

Ich habe in meinen Schwimmgruppen auch einige muslimische Mädchen, die durchaus im Badeanzug oder gar im Bikini schwimmen gehen. Da finden auch die Eltern nichts schlimmes bei. Davon mal abgesehen finde ich es sehr wichtig für unsere Kinder, schwimmen zu können. Das hat nicht nur etwas mit Unterricht in der Schule zu tun, sondern ganz einfach mit lebenswichtigen Fähigkeiten!

Abteilungsmeisterschaften 2008

Heute hatten wir unsere vereins- und schwimmabteilungsinternen Meisterschaften für das Jahr 2008 (im Dezember hatte es leider nicht mehr geklappt). Etwa 80 Aktive waren über 250 mal am Start und zeigten so, wie sehr sie sich im vergangenen Jahr gesteigert hatten. Unsere drei Gruppen stellten die meisten Kinder, sodass wir drei Trainer alle Hände voll zu tun hatten, um immer alle pünktlich an den Startblock zu bekommen.

Gleich zu Anfang ein kleiner Schock: Eine 9jährige kam in Unterwäsche zu mir an den Beckenrand – der Badeanzug war zu Hause geblieben. Zum Glück konnte ich mit meinem eigenen Badeanzug aushelfen. Ansonsten gab es die üblichen kleinen Aufregungen, wenn kurz vor dem Start ein Kind nicht aufzufinden war, aber insgesamt lief alles sehr gut, obwohl unsere Kinder nur selten auf Wettkämpfen sind und es für viele sogar das erste Mal war. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich heute “Wann bin ich dran?” gefragt wurde…

Jedes Kind hat jede seiner Strecken geschafft, alle haben gute Zeiten hingelegt. Für uns alle ein schönes Erlebnis, wunderbar abgerundet durch die Medaillien, die erstaunlich viele Kinder in ihren jeweiligen Jahrgängen gewonnen haben, z.T. trotz der harten Konkurrenz aus den Leistungsgruppen. Im März ist der nächste Wettkampf; hoffentlich können wir da an die guten Leistungen anknüpfen! Aber nächste Woche beim Training gibt’s erstmal eine kleine Belohnung.

Ansturm auf die Schwimmvereine

Schon seit Jahren sind die Gruppen der Schwimmvereine (zumindest hier in Wuppertal) hoffnungslos überlaufen, die Wartelisten bis zu einem Jahr lang, die Schwimmbäder überfordert und bis zur letzten verfügbaren Bahn ausgebucht. Hier kommt dies insbesondere daher, dass einige Bäder in den letzten Jahren zugemacht wurden, andere seit längerem renoviert werden. Hinzu kommt, dass sich zunehmend mehr Eltern entscheiden, dass es für ihre Kinder sinnvoll ist schwimmen zu lernen, was wir als Schwimmvereine natürlich sehr gut finden – nur leider können wir den Ansturm nicht bewältigen. Besonders für Quereinsteiger und ältere Kinder sieht es im Moment schlecht aus.

Unsere Gruppen haben sich in den letzten Wochen wieder dramatisch vergrößert. Nun haben wir in der 1. Gruppe (5-8 Jahre, Kinder mit Seepferdchen, die sicher Rücken und ansatzweise Kraul schwimmen können) 16 Kinder auf einer Bahn! Zwei werden ab nächster Woche eine Gruppe weiterrutschen, aber 14 Kinder sind immer noch eine ganze Menge. Schade ist vor allem, dass die Wartezeiten im Vergleich zu den tatsächlichen Schwimmzeiten dadurch länger werden und die Kinder sich eher langweilen oder anderweitig beschäftigen. Umso schwieriger für uns als Trainer, noch individuell auf die Kinder einzugehen. Aber unsere Neuen scheinen alle sehr aufgeweckt und nett zu sein, sodass wir bestimmt trotzdem gut voran kommen werden!

Schwimmen in der Bergischen Sonne

Zur Feier von Cedrics temporärer Rückkehr aus dem bayrischen Ausland trafen wir uns gestern alle, um in der Bergischen Sonne vier vergnügliche Stunden mit Planschen, Zwangsbädern im Eiswasser, Rutschen und Entspannen im Whirlpool zu verbringen. Allen 18 Beteiligten machte es sichtlich Spaß, doch um 21 Uhr waren wir dann alle sichtlich müde und hungrig. Da uns weder das Extrablatt noch das Pinos unterbringen konnten, zogen wir weiter ins Subway, um unseren Hunger zu stillen. Dort stellte ich fest, dass es ein äußerst günstiges Schüler- und Studentenmenü gibt.

Ein rundum gelungener Abend, lässt sich festhalten. Bis auf den Tritt in den Nacken, den ich beim Rutschen abbekam und der mir heute noch schöne Kopfschmerzen beschert hat.

Vorweihnachtsschwimmen

Gestern war zum letzten Mal in diesem Jahr Training. Als ich (pünktlich) um 17:20 Uhr am Schwimmbad ankam, stand ich alleine da. Und das sollte sich auch nicht so schnell wieder ändern, denn außer uns Trainern kam aus der 1. Gruppe niemand. Also haben wir uns zu dritt mit den Betreibern des kleinen Cafés oben im Schwimmbad zusammengesetzt und Cola getrunken und die Süßigkeiten gegessen, die eigentlich für die Kinder bestimmt waren. Zur 2. und 3. Gruppe kamen dann doch noch genug Kinder, sodass wir das Jahr in einer gemütlichen Runde ausklingen ließen. Geschenke für uns Trainer gab es übrigens auch :)