Urlaub in Rom, 23.5-28.5.2010

Abflug
Am Sonntag, den 23.05.2010 ging es nachmittags los nach Rom. Mittags gab es noch ein leckeres Geburtstagsessen bei meinen Eltern, dann fuhren wir (Enno und ich) nach Düsseldorf zum Flughafen. Unsere Wahl war eher zufällig auf Rom als Reiseziel gefallen; eigentlich war, wie in den letzten beiden Jahren, eine große Motorradtour angedacht gewesen, doch hatten wir uns ob weiter Autobahnstrecken kurzfristig anders entschieden. Weil ich gerne in den warmen Süden wollte und noch nie in Rom war, hatten wir uns dort ein gutes Angebot gesucht.

Mit Air Berlin ging es nach Leonarda da Vinci/Fiumicino, pappiges Sandwich inklusive (Leberwurst ist kein Putenfleisch, das sollte man als Stewardess eigentlich wissen!). Vom Flughafen aus brauchten wir mit dem Busshuttle zum Hauptbahnhof deutlich über 1,5 Stunden. Hätten wir das geahnt, wären wir mit dem Zug gefahren; der ist zwar teurer, aber eben auch in 30 Minuten am Hbf. So ging es schon auf 22 Uhr zu, bis wir am Hotel Marc’ Aurelio ankamen. Dieses lag ein bisschen außerhalb, jedoch mit der Metro gut zu erreichen und recht nah am Vatikan gelegen. Das Hotel an sich war recht gut, nicht umwerfend, aber zweckmäßig und komfortabel genug für eine Städtereise. Das Bad und das Frühstück waren auch völlig in Ordnung. Wir suchten uns noch schnell ein Restaurant in der Nähe und gingen dann schlafen, um am nächsten Morgen fit fürs Sightseeing zu sein.

24.05.
Am nächsten Morgen stellten wir schnell fest, wie extrem warm es in Rom war; zum Glück hatten wir Sonnencreme und Sonnenhüte dabei. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir fuhren die vier Stationen bis zum Vatikan, um uns dort ein bisschen umzuschauen. Die Preise für den ÖPNV in Rom sind unschlagbar: 1€ pro Fahrt im gesamten Stadtgebiet, 16€ für das Wochenticket. Die Schlange vor den Vatikanischen Museen war ebenfalls unglaublich; kein Wunder an einem Montag, da dann die meisten anderen Museen geschlossen haben. Unmittelbar vor dem Eingang wurde gerade auf offener Straße ein älterer Herr von zwei Passanten reanimiert; die Polizei stand daneben, guckte zu und wartete auf den Rettungsdienst. Bei der Hitze dürften die Chancen nicht besonders gut stehen.

Weiter ging es zum Petersplatz, vorbei an der etwa 1km langen Schlange. Die Verkaufsbuden dürften ihr überteuertes Wasser gut losgeworden sein. Am Petersplatz war die Schlange für den Petersdom ebenfalls sehr lang; sie ging zu 4/5 um den Platz herum. Wir setzten uns in den Schatten und planten erstmal den Rest des Tages. Das Sicherheitspersonal fährt dort übrigens in einem Golfkart von Lamborghini herum. Dass sie den Schlüssel steckengelassen hatten, fiel den Beamten erst nach einigen Minuten auf.

Zu Fuß machten wir uns auf den Weg ins antike Zentrum. Ums Forum Romanum liefen wir zuerst halb herum, bis wir den (nicht beschilderten) Eingang fanden. Für 9€ Eintritt + 2€ verbindlichen Ausstellungszuschlag kann man sich das Forum Romanum, die Ausgrabungen auf dem gesamten Palatin sowie das Colosseum ansehen. Spannendes Detail: In Rom zahlen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren keinen Eintritt (einzige Ausnahme, die mir aufgefallen ist: der Vatikan), bis 25 zahlt man etwa die Hälfte des regulären Eintritts. Ab 65 ist der Eintritt übrigens wieder kostenlos.

Ich fand es sehr spannend, mir die ganzen Überreste anzuschauen. Die meisten Gebäude sind zwar sehr stark zerfallen, aber es ist faszinierend, sich vorzustellen, was sich dort vor 2000 Jahren abgespielt haben muss. Wichtig: Unbedingt einen Reiseführer mit Detailangaben zu den Ausgrabungen mitnehmen oder einen Audioguide ausleihen; ohne jede Erklärung dürften die ganzen „alten Steine“ für die meisten Leute relativ nichtssagend sein. Unsere wichtigste Entdeckung auf dem Forum: Wasserleitungen, an denen man seine Wasserflaschen wieder auffüllen konnte. Allein die Unmengen Wasser, die wir dort nachgefüllt haben, haben den Eintritt wieder rausgeholt.

Danach ging’s weiter ins Colosseum. Sehr groß, sehr beeindruckend, sehr voll (zum Glück konnten wir uns mit unserem Kombiticket das Schlangestehen sparen). Eine Ausstellung zur Ausstattung der Gladiatoren vermittelte einen lebhaften Eindruck, wie es dort vor 2000 Jahren zugegangen sein muss. Spannend: das Colosseum wurde an der Stelle errichtet, wo Kaiser Nero sich wenige Jahrzehnte zuvor seine Domus Aurea (Goldenes Haus, also einen riesigen Palast) hatte erbauen lassen. Um jede Erinnerung an den verhassten Nero zu tilgen, schüttete man den riesigen Teich auf dem Palastgelände zu und errichtete darauf ein riesiges Amphitheater.
Völlig geschafft machten wir uns danach auf den Weg zurück ins Hotel, um uns kurz auszuruhen. Dies stellte sich angesichts des heftigen Gewitters, das kurz darauf über Rom hereinbrach, als sehr sinnvoll heraus. Nach einem Nickerchen zog es uns dann in das Restaurantviertel nahe der Via del Corso, die wir nach dem Essen entlangspazierten. Nach einem kleinen Eis zum Nachtisch machten wir uns gegen 23 Uhr auf den langen Weg zur nächsten Metrostation und fuhren wieder ins Hotel.

25.05.
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Circus Maximus. Der ist allerdings wenig spektakulär, da es dort nur eine große, längliche Grasfläche zu sehen gibt, die in der Mitte eine Böschung aufweist; außer der Form ist also von der großen Wagenrennbahn der Antike nichts mehr zu sehen. Also machten wir uns auf den Weg zum Forum Romanum, um uns dort den Rest der Anlage anzuschauen, die wir am Vortag nicht mehr besucht hatten. Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass das Ticket zwar an zwei Tagen, jedoch nur für einen Zutritt pro Eingang gültig ist. Also zogen wir weiter, um uns zumindest noch die Ausgrabungen auf dem Palatin anzusehen. Das stellte sich als sehr anstrengende Kraxelei in der Hitze heraus. Dafür sahen wir die Ruinen von Thermenanlagen und diversen kaiserlichen Palästen. Nach drei Stunden und ca. 3 Litern Wasser pro Person (immer fleißig an den Wasserstellen wieder aufgefüllt) stellten wir fest, dass Palatin und Forum miteinander verbunden sind. So konnten wir uns doch die restlichen Bauwerke auf dem Forum noch ansehen.
Am Nachmittag machten wir uns dann auf in den Park um die Villa Borghese, ein bekanntes Kunstmuseum nördlich der Innenstadt, um uns dort etwas auszuruhen und unsere armen Füße zu entlasten. Auf einer Wiese dort schrieben wir Postkarten und aßen Sandwiches und Teilchen. Danach erkundeten wir das Viertel Trastevere, das für seinen urrömischen Flair bekannt ist. Zunächst liefen wir nur die Hauptstraße entlang und waren schon ziemlich enttäuscht, da es doch ziemlich hässlich und z.T. einfach heruntergekommen aussah. Doch dann gelangten wir in die Nebensträßchen mit Unmengen schöner alter Häuser, kleiner Kirchen und – natürlich – Restaurants und Touristen.

Weil wir noch keinen großen Hunger hatten, setzten wir uns auf die Mauer am Tiberufer und beobachteten fast zwei Stunden den Verkehr auf der großen Straße entlang des Flusses. Das war überaus spannend, denn der Verkehr in Rom ist eine Sache für sich! Generell wird jede Lücke ausgenutzt, besonders von den vielen Roller- und Motorradfahrern. Spiegel? – Wozu! Einfach nach vorne gucken und fahren; der Hintermann wird schon aufpassen. Beim kleinsten Anlass wird gehupt, und rote Ampeln scheinen eher als Richtlinie betrachtet zu werden. Spannenderweise haben wir keinen einzigen Verkehrsunfall gesehen. Am faszinierendsten war die Kleidung der Roller- und Motorradfahrer. Die meisten trugen zwar einen Helm, jedoch keine Handschuhe, von Schutzkleidung irgendeiner Art ganz zu schweigen. Kinder, die zu klein sind, um an die Fußrasten zu kommen, nimmt man halt vor dem Fahrer stehend mit, notfalls auch ohne Helm. Man kann sogar beim Fahren telefonieren, wenn man sich das Handy in den Helm klemmt. Und es gab extrem viele Männer im Anzug und Frauen in Kostüm oder Sommerkleidchen, die mit dem Roller unterwegs waren.

Nach dem Abendessen im Gassenviertel machten wir uns auf den Heimweg, da Ennos Knie nach der dauernden Belastung der letzten Tage zunehmend Probleme bereitete. Gut, dass Massageöl mitgebracht hatten, um wenigstens unsere schmerzenden Füße etwas zu beruhigen. Achja, duschen gehen war bei dem Wetter natürlich auch eine große Erleichterung – unter zweimal Duschen pro Tag geht es nicht!

26.05.
Mittwoch entschlossen wir uns, die antike Stadt Ostia zu erkunden. Diese war schon vor über 2000 Jahren der Hafen, der die Millionenstadt Rom mit diversen Importgütern, z.B. Getreide, versorgte. Dadurch dass sich die Küstenlinie im Laufe der Zeit verschoben hat, ist erstaunlich viel von Ostia erhalten geblieben. Auf etwa zwei Kilometern Länge und bis zu einem Km Breite hat man die Überreste ausgegraben und z.T. restauriert. Anhand von Tafeln erfährt man die Funktion der wichtigsten Gebäude. Es ist definitiv faszinierend, in einer 2.000 Jahre alten Taverne auf den Steinbänken zu sitzen oder Wandmalereien und Fußbödenmosaike in den Thermen anzuschauen. Bis wir einmal über das ganze Gelände gelaufen waren, waren schon fast vier Stunden vergangen. Wir fuhren noch zwei Stationen weiter und suchten den Strand von Ostia. Der bestand allerdings zu einem großen Teil aus Bezahl-Stränden. Trotzdem fanden wir schließlich eine Stelle, wo ich barfuß durch den Sand und das Wasser laufen konnte. Dort aßen wir auch Sandwiches und Kekse.
Nach einer Dusche im Hotel machten wir uns wieder auf den Weg in die Innenstadt, um zu abend zu essen. Auf dem Rückweg am späten Abend fiel uns auf, dass die Eisdiele in der Nähe des Hotels noch geöffnet hatte. Für 2,30€ gab es dort eine unglaublich große Portion Eis; mit einem Spachtel wird ein Eisberg auf das Hörnchen getürmt. Und es gibt sehr ungewöhnliche Sorten; sehr lecker waren Melone, Orange, Chioccolato fondata (Eis aus bitterer Schokolade), weiße Schokolade und eigentlich alle anderen Sorten, die wir probierten.
Im Hotel angekommen bestellten wir übers Internet Tickets für die Vatikanischen Museen für den nächsten Morgen um 8:30 Uhr vor. Kostet zwar vier Euro Aufpreis, erspart einem dafür aber das Schlangestehen.

27.05.
Noch vor Öffnung der Museen gelangten wir dank unserer Onlinetickets ins Gebäude. Die Beschilderung ist dort äußerst mangelhaft; am besten einfach den Menschenmassen folgen. Anfangs war es noch vergleichsweise ruhig, da nur einige Reisegruppen im Museum waren, es wurde jedoch zunehmend voller. Die Ausstellungen waren durchaus beeindruckend, wenn ich mir die Sammlungen auch größer und besser sortiert vorgestellt hätte; an der berühmten Laokoongruppe wäre ich beinahe vorbeigelaufen. Besonders beeindruckend waren oft die Decken- und Wandmalereien sowie die Bodenmosaike. Schließlich schlossen wir uns dem großen Menschenstrom an, der uns in die von Raffael ausgemalten Wohnräume der Renaissancepäpste brachte – sehr schön, viele bekannte Motive. Nach einer relativ uninteressanten Ausstellung zeitgenössischer religiöser Kunst gelangten wir schließlich in die Sixtinische Kapelle. Für meinen Geschmack sehr groß, sehr voll und nahezu überladen mit Gemälden. Trotzdem sehr beeindruckend, sieht man mal von den nervigen Wachtposten und den extrem lauten Durchsagen in zehn Sprachen ab, die die Besucher ermahnen, bloß leise zu sein und die Heiligkeit dieses Ortes zu achten… Nachdem wir unsere Postkarten mit einer Briefmarke mit dem Abbild des Papstes verziert hatten, verließen wir den Vatikan, zu müde, um weiter durch die Ausstellungen zu laufen.
Den Rest des Tages verbrachten wir wiederum in der Innenstadt. Eine Bootsfahrt konnten wir leider nicht machen, da der einzige Anbieter, den wir fanden, geschlossen hatte. Abends gingen wir nach dem Abendessen in Trastevere an einer Stelle die Treppen zum Tiber hinab. Erstaunlich, wie vernachlässigt das Ufer ist, dabei ist auf beiden Seiten ein ca. vier Meter breiter Weg, der aber höchstens von einheimischen Joggern, Hundebesitzern und Obdachlosen genutzt wird. Wieder ließen wir den Abend mit einem leckeren Eis ausklingen.

28.05.
Der einzige Tag ohne Sonnenschein, sogar mit einigen Regentropfen. Deshalb trotzdem nicht wirklich kühler… Nach dem Auschecken im Hotel brachten wir unser Gepäck zur Gepäckaufbewahrung im Hauptbahnhof, die aus Angst vor Anschlägen jedes Gepäckstück scannen und Ausweiskopien vom Besitzer machen. Danach suchten wir die Via Appia Antica, also eine antike römsichen Straße, die nach Osten hin aus Rom hinausführt. Diese war auf den ersten Kilometern leider ziemlich uninteressant, da stark befahren und ohne nennenswerten Bürgersteig. Wir wollten uns unbedingt noch die Callixtus-Katakomben anschauen; leider hatten die von 12 bis 14 Uhr Mittagspause, als wir um 12:30 dort ankamen. Bis 14 Uhr warten wollten wir natürlich nicht, also nahmen wir den Bus zurück in die Stadt. Dort sahen wir uns noch das Pantheon an – von außen eher unauffällig, von innen aber wunderschön.

Nach einer Pizza während eines Regenschauers machten wir uns langsam auf Richtung Flughafen; unsere Füße wollten einfach nicht mehr, obwohl wir über drei Stunden vor Abflug dort ankamen. Diesmal waren die Schlangen extrem lang, weil die Reisenden aus einer ausgefallenen Lufthansa-Maschine offensichtlich alle auf unseren Flug umgebucht worden waren. Wir liefen lieber Runden durchs (denkbar unspannende) Flughafengebäude, als uns in die ewiglange Schlange vor dem Boarding zu stellen. Dabei testeten wir noch jede Toilette auf dem Weg, da wir vor dem Sicherheitscheck zu zweit noch 1l Cola und 2l Wasser vernichtet hatten.

Der Rückflug verlief dann ohne Komplikationen und unter lustigen Gesprächen mit unseren beiden Sitznachbarinnen. Gut, dass wir noch eine Kleinigkeit zu essen dabeihatten; das Sandwich auf dem Rückflug war (noch) schlechter als das auf dem Hinflug. Kurz vor 23 Uhr landeten wir und fuhren mit dem Auto nach Hause nach Hagen.

Fazit: Rom ist eine tolle Stadt, die definitiv einen Besuch wert ist. Das Eis dort muss man probiert haben, am besten in einem Vorort, wo die Preise nicht so hoch sind. Unbedingt an Sonnenhut und Sonnencreme denken und immer viel trinken!

Zurück aus Rom

Letzte Woche verbrachten wir fünf Tage in Rom. Es war sehr schön, aber auch sehr anstrengend; ein detaillierter Bericht wird folgen, sobald ich Zeit dazu finde. Seit gestern sind wir nun wieder zu Hause und wieder das ganze Wochenende auf Achse – bei meinen Eltern stundenlang versuchen, Computerprobleme zu lösen (bisher erfolglos, deshalb heute wieder hin), einkaufen, dann grillen mit Freunden und dabei erst Fußball, dann den Grand Prix, zwischendurch Boxen und dann wieder die Entscheidung im Grand Prix gucken. Ich kann’s kaum glauben, dass Lena es wirklich geschafft hat, Deutschland auf Platz 1 zu bringen! Wenn man sich die Bilanzen der letzten Jahre anguckt, ist das ja geradezu unglaublich…