Unterschätzt

Meine bisherige Bilanz zu Hagen: Besser als sein Ruf.

Viele, denen wir von unserem Umzug erzählten, konnten überhaupt nicht verstehen, wie man freiwillig nach Hagen ziehen könne; so eine unglaublich hässliche und heruntergekommene Stadt (eine Kommilitonin meinte zwar, schlimmer als Wuppertal könnte es nirgendwo sein, aber dieser Meinung schließe ich mich definitiv nicht an!). Bisher muss ich sagen: Ich mag Hagen. Eine schöne Innenstadt, alles, was man so an Läden braucht zu Fuß zu erreichen, nette Nachbarn und eine tolle Wohnung. Was will man mehr?

Chaos nach dem Einzug

Von einigen kleineren Malheuren beim Umzug hatten Enno und ich ja schon berichtet. Heute morgen stellte dann der Elektriker, der eigentlich schon Donnerstag hätte durch sein sollen, fest, dass wir das Schloss ausgetauscht haben. Gut, dass ich heute erst spät Uni habe und ihn reinlassen konnte.

Der Fliesenleger hat weniger Glück: Zwar ist der Estrich für die neuen Fliesen schon drin, die Fliesen selber fehlen aber und können auch kaum verlegt werden, während wir dreimal am Tag durch den Flur müssen. Wie es da weitergehen wird, wissen wir noch nicht. Nur seltsam, dass beide davon ausgingen, die Wohnung leer vorzufinden; wir hatten klar gesagt, dass wir Freitag schon einziehen wollen. Schließlich hatte man uns angekündigt, dass Fliesenleger und Elektriker Mittwoch und Donnerstag fertig werden würden…

Müde und zufrieden,

das ist in Kurzform die Bilanz unseres Umzugs. Im Großen und Ganzen hat alles funktioniert: Donnerstag abend den Sprinter in Bochum beladen (damit ist bewiesen, dass wir all unsere Möbel inklusive Couch auch zu zweit schleppen können), Freitag morgen nach Hagen gefahren und dort auf die Umzugshelfer gewartet. Über den Tag verteilt kamen mehrere hinzu, was unsere steigende Erschöpfung zumindest einigermaßen ausgleichen konnte. Am frühen Nachmittag holten wir dann meine Sachen in Wuppertal und waren gegen 17 Uhr soweit, dass sich fünf Männer ohne Grillanzünder um einen Grill scharten und versuchten, uns mit Essen zu versorgen.

Ich muss schon zugeben: In die 4. Etage zu ziehen, war vielleicht nicht die schlauste Idee. Auch mit relativ wenigen großen/schweren Möbelstücken war es eine sehr mühselige Plackerei, sodass wir am Ende alle nicht mehr konnten und sehnsüchtig auf das Essen warteten.

Mit dem Umzug selber lief zwar alles wie geplant, eine Sache ist allerdings trotzdem dumm gelaufen: Der Flur, der noch vor unserem Umzug am Freitag neu gefliest werden sollte, war noch nicht fertig, als wir die ersten Kartons hoch schleppten. Somit liefen alle Helfer über den frischen Estrich. Ich bin mal gespannt, wann nun die Fliesen kommen; zwei Tage nicht den Flur betreten zu können ist irgendwie keine gute Option.

Gestern wachten wir beide mit einem sehr starken Muskelkater auf, machten uns aber dennoch unverzüglich an die Arbeit und räumten Karton um Karton aus. Zwischendurch gings zum Einkaufen (wir sind nun um einen Handtuchschrank und diverse Kleinigkeiten reicher), sodass nun nur noch der Kleiderschrank fehlt (der kommt in zwei Wochen).

Heute, zwei Tage später, sind schon erstaunlich viele Kisten ausgepackt. Das Wohnzimmer steht und wird nur noch von einer Menge leerer Kartons verunziert. Im Arbeitszimmer sind alle Regale eingeräumt, dort stehen allerdings noch eine Menge Kartons mit meinem Krimskrams rum. Die Küche ist der absolute Hammer und mittlerweile auch komplett eingeräumt. Mittlerweile sind wir beide erschöpft und bräuchten dringend ein Wochenende. Aber wir sind rundum glücklich und zufrieden im neuen Heim :)