Unilektüre

Für die Uni muss man oft eine Menge Dinge lesen, darunter vieles, was man freiwillig nicht unbedingt lesen würde. Eins der Bücher, die (bisher zumindest) ziemlich gut zu lesen sind, ist “English Intonation: An Introduction” von J.C. Wells. Dort werden die Grundlagen der Betonungsmuster in der englischen Sprache detailliert und überwiegend klar erläutert.

Von meinem Dozenten kommen nun jede Woche Mails mit Aufgaben zu den zu bearbeitenden Kapiteln. Heute kam als letzte Anmerkung noch folgendes:

“4. I find Wells’ explanations of the “generalized meanings of different tones” in sect. 2.26 neither clear nor convincing. So, don’t wreck your brains about them.”

Wie gut, wenn man als Studie mit solchen Meinungen nicht immer alleine dasteht. Aber daran sieht man dann wieder, dass es kein “perfektes” Lehrbuch gibt, das jedem zusagt.

Englische Grammatik

… ist bestimmt nicht immer einfach. Sätze wie “How do you felt about xy” kann man im Nachhilfeunterricht dementsprechend gerade noch verstehen (zumindest bei Unter- und evtl. noch Mittelstufe). Dass genau diese Formulierung aber in einem Fachdidaktik- Referat in der Uni von Englischstudenten verwendet wird, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen! Das bestätigt nur wieder meinen Eindruck, dass ein guter der Leute, die Englisch studieren, sprachlich nicht wirklich sicher sind. Schlimm nur, dass ausgerechnet diese Leute auf Lehramt studieren.

Besonders schön sind auch immer die, die im Studium noch nicht kapiert haben, dass in der 3. Person Sg. im Präsens ein “s” ans Verb gehängt wird oder dass “information” auch im Plural nicht zu “informations” wird. Kann alles mal passieren, wenn man sich verspricht, aber dann sollte es einem wenigstens auffallen und nicht dreimal in einem Satz passieren. Auch immer wieder ein Highlight: Die Leute, die kein “th” aussprechen können oder ganz allgemein eine unglaublich schlechte Aussprache haben (ich sage nur Auslautverhärtung!). Und sowas soll dann Schülern Englisch beibringen…

Überflüssige Lehrerkommentare

Manche Kommentare, die sich einige Lehrer leisten, sind leider völlig überflüssig, ungerecht und verletzend. Ein Mädchen, dem ich seit kurzem Nachhilfe in Englisch gebe, hat in der letzten Arbeit eine drei geschrieben. Weil ihr nur ein Punkt zu einer besseren Note fehlte, wollte sie sich auf die Suche nach dem fehlenden Punkt machen. Daraufhin meinte die Lehrerin nur: “Lass mich lieber nach mehr Fehlern suchen, es kann eh nicht sein, dass DU eine drei hast.” Sowas muss doch echt nicht sein!

Sinn und Unsinn des sprachlichen Purismus

Aus gegebenem Anlass (Klausur in Sprachwissenschaften zur Entwicklung und Veränderung der englischen Sprache) ein kleiner Exkurs zu sprachlichem Purismus, also zu Bestrebungen, eine Sprache so zu halten, wie sie ist, und äußere Einflüsse bloß fernzuhalten. Dieses Phänomen ist uns allen bekannt: Bei neuen Entwicklungen in einer Sprache gibt es immer eine Menge Leute, die etwas dagegen hat. Das sehen wir im Moment besonders bei der Aufnahme von Lehnwörtern aus anderen Sprachen, vor allem aus dem Englischen. Oft genug wird gegen Anglizismen gewetter, Wörter wie “Laptop” durch konstruierte deutsche Wörter wie “Klapprechner” zu ersetzen versucht. Doch warum eigentlich?

Einflüsse aus anderen Sprachen machen eine Sprache nicht “kaputt”. Im Gegenteil, sie bereichern sie sogar, zumal viele neue Ausdrücke für Dinge, die es vorher gar nicht gab, zusammen mit diesem Gegenstand übernommen werden. Spracheinflüsse kann man als ein Zeichen für Weltoffenheit, für rege Kontakte mit dem anderssprachigen Ausland verstehen. Ist das etwas negatives?

Jede Sprache verändert sich, nichts bleibt auf ewig gleich. In keiner Sprache. Auch Deutsch beinhaltet viele Wörter, die ursprünglich Lehnwörter waren, und zwar aus diversen Sprachen (z.B. Latein, Griechisch, Französisch, Englisch, Italienische, Spanisch und viele andere). Diese Worte haben geholfen, unsere Sprache zu dem zu machen, was sie heute ist. Außerdem: Sprache lässt sich zu nichts zwingen. Wenn eine Sprache sich verändert und Lehnwörter aufnimmt, dann nur, weil die Sprecher dieser Sprache dies tun. Wir sind also selber für die Veränderungen unserer Sprache verantwortlich, und wenn etwas neues von der Mehrheit der Sprecher akzeptiert worden und somit fester Teil der Sprache geworden ist, dann ist das weder “gut” noch “schlecht”, sondern einfach eine Tatsache.