Ungarn, wir kommen!

Studieren hat den großen Vorteil, dass um Pfingsten rum die Uni eine Woche dicht macht. Deshalb ist das die Gelegenheit für uns, in Urlaub zu fahren. Nach den anstrengenden ersten Wochen des Semesters kann ich den auch gut gebrauchen! Wie im letzten Jahr soll es nach Ungarn an den Plattensee gehen. Die geplante Route gibt es hier: Heute gegen Abend nach Treysa zu Ennos Familientreffen, wo wir den Samstag verbringen werden. Sonntag geht es weiter nach Prag, von da aus nach Siofok am Plattensee. Dort bleiben wir dann bis Samstag, den 6.6. und fahren mit einem Übernachtungsstop in Regensburg wieder nach Hause nach Hagen.

Freue mich schon sehr; die Tour letztes Jahr war wunderschön. Ich hoffe nur, dass wir genau so schönes Wetter haben werden! Bericht und Fotos folgen natürlich bald hier.

Zitat des Tages

Mittwoch im Hauptseminar zur englischen Fachdidaktik. Wir sprachen über einen Cartoon, der im Mittelpunkt einer Unterrichtseinheit stehen sollte. Dabei kam es zu folgendem Dialog:

Kommilitonin: “I found a comic that -”
Dozentin: “Cartoon!”
Kommilitonin: “Yes, two comics…”

Überstanden

Das erste Referat diese Woche (das zweite folgt morgen) ist nun überstanden, und trotz katastrophaler Gruppenarbeit im Vorfeld (die ich hier nicht näher ausführen möchte, die aber u.a. “verschollene” bzw. dauerhaft nicht erreichbare Mitglieder und fünf Seiten umfassende Handouts beinhaltete) ist alles gut über die Bühne gegangen :) Auch die Feedback-Zettelchen, die danach von Kommilitonen und Dozentin kamen, waren fast durchweg positiv; die wenigen Kritikpunkte meist hilfreich und sinnvoll. Natürlich gab es auch die üblichen Diskrepanzen: Die einen wollten zur mündlichen Beantwortung von Fragen viel mehr Zeit haben, andere bemängelten die ewiglangen Wartezeiten, die man lieber abkürzen und einfach jemanden drannehmen sollte.

Mein absolutes Highlight war aber der folgende Kommentar, versehen mit einem Minus: Unser Handout sei ja stellenweise ausführlicher gewesen als unsere Präsentation. Jaaaa, und genau das ist ja auch der Sinn, der hinter Handout und Präsentation steht – der gesamte Text des Handouts in der Präsentation selber kommt zwar oft genug vor, ist aber methodisch und didaktisch gesehen der größte Schwachsinn überhaupt. Sollte man als Lehramtsstudent irgendwann kapiert haben…

“Allein gelassen”

So betitelt liest man die Geschichte des kleinen Florian, der sich am Wochenende auf einer erhitzten Metallplatte übel die Füße verbrannte. Als die Mutter die Feuerwehr anrief, um (not)ärztliche Hilfe für ihren 17 Monate alten Sohn zu bekommen, wurde ihr gesagt, man könne momentan für die verbrannten Füße keinen Wagen schicken; sie solle das Kind selbst ins Krankenhaus fahren. Klingt nach ner harten Entscheidung, aber das Beste kommt noch: Die Mutter beschwerte sich daraufhin und wandte sich an die Presse. Stellungnahme des Leiters des Bochumer Amtes für Feuerwehr und Rettungswesen dazu besagt folgendes: “Die vorliegende Indikation ließ nicht auf einen medizinischen Nofall schließen, der einen Notarzt gerechtfertigt hätte. Einen Krankenwagen hätten wir geschickt, aber der ist von der Anruferin nicht angefordert worden.”

Hätte da die Notrufzentrale nicht selbst auf die Idee kommen können, einen Krankenwagen zu schicken oder dies zumindest der Anruferin anbieten können? Kann man von einer aufgeregten Frau erwarten, dass sie sich über den Unterschied zwischen den beiden Bezeichnungen in dieser Situation überhaupt Gedanken macht? Auf jeden Fall wäre ein bisschen Mitdenken angebracht gewesen!

Schwimmen auch für Muslime

Es gibt nun ein Urteil, nachdem auch muslimische Mädchen im Grundschulalter verpflichtet sind, am Schwimmunterricht teilzunehmen. Das halte ich für eine sehr, sehr wichtige und richtige Entscheidung! Religion hin oder her, aber es können nicht immer und überall Extrawürste für manche Religionsgemeinschaften gebraten werden. Das hat jetzt nichts mit Islamfeindlichkeit oder Ausländerhass zu tun, sondern ist einfach ein Teil von Integration in die deutsche Kultur: Wohnt man in einem Land, gehen die Kinder in diesem Land zur Schule, dann muss man sich zumindest bis zu einem gewissen Grad an die Gepflogenheiten in diesem Land anpassen. Beliebtes Beispiel in diesem Fall: Deutsche können sich in einem streng muslimischen Land auch nicht so einfach im Bikini an den Strand setzen.

Es ist ja nichtmal so, dass die Mädchen in unzumutbarer Schwimmkleidung am Unterricht teilnehmen müssen – der sogenannte “Burkini” bietet eine Bedeckung des gesamten Körpers. Den finden die Eltern, die geklagt hatten, allerdings nicht angemessen, weil er sich mit Wasser vollsauge und beim Schwimmen hinderlich sei. Naja, genau das ist der Grund, warum die meisten Leute andere Badebekleidung tragen…

Ich habe in meinen Schwimmgruppen auch einige muslimische Mädchen, die durchaus im Badeanzug oder gar im Bikini schwimmen gehen. Da finden auch die Eltern nichts schlimmes bei. Davon mal abgesehen finde ich es sehr wichtig für unsere Kinder, schwimmen zu können. Das hat nicht nur etwas mit Unterricht in der Schule zu tun, sondern ganz einfach mit lebenswichtigen Fähigkeiten!

Argh!

Referate sind immer eine besonders schöne Sache, wenn man unter Zeitdruck steht. Noch schlimmer ist es aber erfahrungsgemäß, wenn die Mitglieder einer Gruppe sich untereinander nicht kennen, denn dann klappt oft genug die Koordination nicht. So etwas erlebe ich grade mal wieder: Eins der Mitglieder hat sich bis eine Woche nach Abgabetermin(!) nicht gerührt, ihren Teil abzugeben, und auch auf Mails etc. nicht reagiert.

Nach einigem Hin und Her und einer bösen Mail der Dozentin, kam gestern endlich Bewegung in die Sache. Nun gibt es eine neue Deadline bis allerspätestens Sonntag zum Abgeben der Präsentation. Was kommt da als Vorschlag fürs dringend nötige Treffen? Der Montag!

Krank

Nachdem es bei Enno in den letzten Tagen schon angefangen hatte, hat es mich nun auch erwischt: Erkältung mit allem, was dazu gehört. Dabei steht morgen doch eine Doppel-Geburtstagsfeier an, für die ich fit sein muss…

Neue Erkenntnisse beim Schwimmen

Beim Schwimmen habe ich letzte Woche ganz neue Erfahrungen gemacht. Nach zwei anstrengend Dritteln mit zum guten Teil überdrehten und unkonzentrierten Kindern, wollten wir der dritten Gruppe etwas mehr Freiraum lassen. Da keine konkreten Wünsche zum Trainingsinhalt kamen (außer Staffeln und Springen, was für 50 Minuten Beschäftigung definitiv nicht ausreicht). Deshalb schlug ich vor, dass sie doch mal für 20 Minuten ihr eigenes Training machen könnten. Also faktisch schwimmen, wie und was und wie viel sie wollen, Hauptsache, sie bewegen sich und planschen und quatschen nicht zu viel. Das gleiche Konzept hatte vor Jahren mal eine meiner Trainerinnen mit unserer alten Gruppe ausprobiert – ich weiß noch sehr genau, dass es überhaupt nicht funktioniert hat, weil wir eben nur geplanscht und gequatscht haben.

Dementsprechend was ich äußerst überrascht, wie gut es mit unseren Großen klappte: Einer übernahm die Führung und schlug Übungen vor, die meisten machten mit und der Rest beschäftigte sich anderweitig sinnvoll. Sogar die ungeliebte Lage Delphin wurde freiwillig geschwommen! Am Ende hatte ich besonders viel Spaß beim Zuschauen: Nach einigen Runden zu zweit schwimmen (einer hält sich an den Füßen des andern fest, sodass einer beim Schwimmen für den Beinschlag, der andere für den Armschlag sorgt – ist als Übung bei vielen nicht besodners beliebt, da von der Koordination her schwierig), begannen die Mädels, die gleiche Übung zu dritt zu machen. Habe ich vorher noch nie gesehen und stelle ich mir ziemlich anstrengend vor. Das zogen die drei aber mit sehr großer Ausdauer durch, sogar in Delphin (und Delphin Armschlag ist ohne Unterstützung durch die Beine unglaublich schwer!). Die Jungs versuchten das gleiche währenddessen zu viert. Nachdem das nicht funktionierte, begannen sie, Streckentauchen durch die Beine der andern zu üben, was im 3,80m tiefen Becken nicht ganz einfach ist.

So waren im Endeffekt alle gut versorgt: Die Kinder hatten ein Training nach ihrem Geschmack und dabei noch viel Spaß, wir als Trainer hatten keinen Stress, mussten uns kein Gemecker über ungeliebte Aufgaben anhören und hattten nebenher unseren Spaß mit der super Selbstorganisation und dem Ideenreichtum der Kinder. Ich bin gespannt auf heute abend; vielleicht können wir so eine “Freischwimmphase” ja regelmäßig einbauen.

Erste kleine Tour mit der ZX-9R

Nachdem Enno seine ZZR geschrottet hat (*schnüff*), musste schnell ein neues Motorrad her, damit die für Anfang Juni geplante Ungarn-Tour nicht ins Wasser fällt. Gesagt, getan: Schon drei Tage später stand das neue Motorrad vor der Tür. Eine topgepflegte ZX-9R, die nur darauf wartete, ausprobiert zu werden. Nachdem wir gestern dann noch eine neue Batterie besorgt hatten, starteten wir abends um 23 Uhr im leichten Regen noch zu einer ersten kleinen Tour durch Hagen und Umgebung.

Auch nach etwa 80 Minuten Fahrzeit muss ich sagen: Mein erster (guter!) Eindruck hat sich bestätigt. Die Sitzposition ist für einen Supersportler erstaunlich angenehm. Der Soziussitz ist um einiges höher als bei der ZZR, sodass das Aufsitzen zwar schwieriger wird, ich aber auch während der Fahrt mehr sehe. Nun bin ich gespannt auf die Ungarn-Tour. Da werden wir schließlich immer mindestens den halben Tag auf der Straße verbringen. Diesmal werde ich frühzeitig anfangen, Magnesium zu schlucken, damit ich nicht wieder so mit Krämpfen zu kämpfen habe.