Interessantes aus der Sprachwissenschaft

Sprachwissenschaft kann ein sehr spannendes Gebiet sein. Im Moment regt sich ja wieder alle Welt auf, dass unsere Sprache so vom Englischen infiltriert wird. Mal ganz davon abgesehen, dass das ein völlig normaler Prozess ist, lässt sich weder die Entwicklung einer Sprache von außen beeinflussen oder zurückdrehen noch kann man neuartige Entwicklungen dauerhaft als “falsches Deutsch” bezeichnen, denn richtig ist das, was die Mehrheit der Bevölkerung als richtig anerkennt, nicht was der Duden vorschreibt.

Übernahmen von Wörtern in andere Sprachen hat es immer schon gegeben (man beachte den starken Einfluss des Lateinischen in vielen europäischen Sprachen) und wird es immer geben; oft wurden diese neuen Lehnwörter auch an die eigenen Sprachgewohnheiten angepasst.

Ein schönes Beispiel dafür ist der altenglische Ausdruck für “Perle”, der von dem lateinischen Wort “margarita” abgeleitet wurde. Da die Menschen dort “margarita” allerdings nicht richtig aussprechen konnten, machten sie daraus “mere greot”. Lautlich ähnlich, heißt es übersetzt “sea pebble”, also etwa “Meereskiesel”.

Auch ein schönes Beispiel für Sprachentwicklung: Das Gänseblümchen, heute in Englisch als “daisy” bezeichnet, hieß ursprünglich “dæges eage”, also “day’s eye”.

Deutsche Sprache, schwere Sprache…

Letztens bei der Nachhilfe sprachen wir in Bio über die Analyse von Fließgewässern. In einem Bericht zu diesem Thema wurde ein Bach erwähnt, der an einer Schrebergartensiedlung vorbeifloss.

“Heißt das wirklich Schrebergarten?! Ich dachte immer, das heißt Strebergarten…”

“Wieso das denn? Das würde doch gar keinen Sinn machen.”

“Naja, doch. Ich dachte, das heißt so, weil diese Gärten immer so übertrieben ordentlich sind. Und deshalb wären die Besitzer ja Streber.”

“Was ist eigentlich Ihr Problem?”

Die Hausmeister in der Uni sind oft eine Sache für sich. Gestern allerdings haben sie den Vogel abgeschossen. Seit drei Wochen schwitzen wir in einem gewissen Hörsaal so sehr, dass alle im T-Shirt dasitzen und sich kaum konzentrieren können. Unser Dozent meinte dazu nur, dass er die Heizung nicht runterregeln könne, das könne nur der Hausmeister, aber er werde sich drum kümmern. Gestern nun erzählte er von seinen Bemühungen in dieser Sache. Nach sieben (!) Telefonaten zu diesem Thema erreichte ihn gestern Morgen dann ein Fax der Hausmeister mit der freundlichen Nachfrage, was denn jetzt eigentlich sein Problem sei. Schön, wenn Kommunikation so gut funktioniert…

Neues Apfelkuchenrezept

Ich kenne viele sehr leckere Rezepte für verschiedene Apfelkuchen, aber dieses kann ich nun meiner Sammlung hinzufügen:

250 g Mehl, 1 TL Backpulver, 125 g Margarine, 125 g Zucker und 1 Ei zu einem Mürbeteig verarbeiten, 10 Min. vorbacken.

6-8 Äpfel schälen und klein schneiden.

100 g Butter, 2 EL Büchsenmilch, 150 g Mandeln oder Nüsse (besser halb-halb) grob gehackt, 150 g Zucker und 1 Päckchen Vanillezucker kurz aufkochen und über die Äpfel streichen.

45 Min. bei 200° nachbacken.

Ich freue mich schon aufs Nachbacken!

“Aber ich bin doch eure Mutter!”

Eine der lustigeren Comedy-Sendungen im Radio sind “Die Von der Leyens” auf WDR2. Eine (fast) perfekte Familie, in der die Kinder die Mutter meist nicht erkennen, mit obskuren Drohungen zur Raison gebracht werden und auf etwas andere Art mit vielen Politikern in Berührung kommen. Heute war der Onkel Bush da, weil ihn keiner mehr mag; leider ist er zu gefährlich, um bleiben zu können (auch wenn er so lieb treudoof guckt), denn man muss ja auf die innere Sicherheit achten… Sehr lustig meistens. Den Podcast gibt es hier.

Apple ist wieder da!

apple

Nachdem wir sie schon seit mehreren Wochen nicht mehr gesehen hatten und sie nur manchmal kurz zum Fressen draußen gewesen sein muss, ist Apple heute wieder wach und fit genug zum Rumturnen. Sie wuselt um uns herum durchs Wohnzimmer, klappert all ihre Erdnussverstecke ab und trinkt mir meine Apfelschorle weg. Einige Probleme hat sie aber scheinbar noch mit dem Abschätzen von Entfernungen und Höhen, denn man hört ungewöhnlich oft ein Poltern, wenn sie wieder irgendwo runterfällt. Außerdem hat sie scheinbar nicht verstanden, dass Kartons auch offen stehen können – sie ist schon ein paar mal über die hochstehenden Laschen eines Päckchens gehüpft, um dann die 30cm in den Karton zu fallen. Mal sehen, wann sie es versteht… *g*

Das Alex in Bochum

Nachdem wir den Abend mit Pizza und Salat zu Hause begonnen hatten, waren wir bis gerade mit Mirjam in Bochum im Alex, um noch etwas zu trinken. An sich war es lustig, und wir hatten viel Spaß. Auch die Getränke waren gut, nur der Service leider nicht. So warteten wir jeweils fast eine halbe Stunde, um eine neue Runde Getränke zu bestellen; dabei war es nicht einmal voll. Immerhin kam ich zu einem leckeren Cocktail, Enno zu einem angemessen scharfen Chili-Kakao und Mirjams Freund zu einigen seltsamen SMS :)

Urteil im Talea-Prozess

Im Prozess um den Tod der fünfjährigen Talea aus Wuppertal ist gestern das Urteil gesprochen worden: acht Jahre Haft für die Pflegemutter. Die hatte zuletzt versucht, die Schuld auf ihen leiblichen Sohn (10) abzuwälzen, der eifersüchtig auf die Kleine gewesen sein soll. Mehr Infos gibt es zum Beispiel hier.

Interessant fand ich insbesondere, dass es so lange Diskussionen über die Schuld des Jugendamtes und des Kindergartens gab. Letztendlich wurden beide entlastet, aber noch während des Prozesses wurden immer wieder Vorwürfe gegen den Kindergarten laut: Warum habe man nicht sofort gemeldet, dass das Mädchen misshandelt wurde? Naja, als ob das immer so einfach wäre… Wie soll man sich da immer 100%ig sicher sein können? Die Kindergärtnerinnen waren zurecht vorsichtig, haben ihre Vermutungen aber an das Jugendamt weitergegeben und somit ihre Pflicht erfüllt. Denn wenn sie sich mit ihren Vermutungen geirrt hätten, wäre das Geschrei groß gewesen. So aber wäre es die Pflicht des Jugendamtes gewesen, nach Talea zu sehen.

Ich frage mich aber auch, wieso Talea ausgerechnet einer Pflegemutter anvertraut wurde, die sogar mit ihren eigenen zwei Kindern überfordert war. Ich weiß noch genau, was für ein Theater es war, als meine Tante und mein Onkel gerne ein Pflegekind zu sich genommen hätten; die gesamte Familie ist auf Herz und Nieren überprüft worden, ob sie eine passende und verantwortungsvolle Pflegefamilie sein würden, der Vorgang zog sich weit über ein Jahr.

Viele offene Fragen und Versäumnisse konnten also nicht zufriedenstellend geklärt werden. So bleibt denn wohl weiter offen, wie diese schreckliche Geschichte, die eine Fünfjährige das Leben kostete, passieren konnte.

Fragen, die die Welt bewegen

Seit ich heute morgen das Radio einschaltete, weiß ich, welche unglaublich wichtigen Fragen uns heute begleiten werde.

1. Was wird Barack Obama heute während seiner Amtseinführung sagen?
2. Wie wird seine Frau Michelle gekleidet sein?

Besonderes letzteres scheint eine extrem wichtige Frage zu sein. Wenn das die Dinge sind, über die sich die Welt akut Gedanken machen muss, kann es so schlimm ja gar nicht sein…

“Wie können die das so einfach machen?!”

Vorlesung über die Französische Revolution im internationalen Kontext der Zeit. Seit einer Stunde haben wir von Russlands Machtpolitik, Preußens und Österreichs Taktieren und dessen Folgen gesprochen, unter anderem auch über die mehrmalige Teilung des Königreichs Polen. Polen, das wenige Jahrzehnte zuvor ein großes und mächtiges Reich war, wurde zwischen den drei Nachbarn aufgeteilt, stand dem wegen der militärischen Übermacht insbesondere Russlands allerdings machtlos gegenüber.

Da meldet sich plötzlich eine Kommilitonin und fragt völlig irritiert: “Ich verstehe das nicht, wie können die Russen so einfach Polen aufteilen?” Den Dozenten irritierte die (völlig überflüssige!) Frage sichtlich, er erklärte kurz, dass Russland halt militärisch stark war und sich deswegen alles erlauben konnte. Als letztes Argument kam dann: “Schauen Sie sich doch mal an, wie sich die USA im Nahen Osten aufführen, das ist auch nichts anderes.”