Staatsexamen

Nach diesem Semester bin ich dann zumindest in Geschichte und Erziehungswissenschaften scheinfrei, d.h. ich muss “nur” noch den Berg alter Hausarbeiten abtragen. Dann fehlen noch vier Veranstaltungen für Englisch (überwiegend Literaturwissenschaftsseminare – leider…), und ich stecke mitten im 1. Staatsexamen. Wenn ich Glück habe und alle nötigen Scheine rechtzeitig zusammenbekomme, kann ich im Herbst die ersten mündlichen Prüfungen in Geschichte und EWS machen, im Frühling dann die schriftlichen. Da ich das Abschiedskolloquium wahrscheinlich eh erst im November/Dezember 2011 machen kann, habe ich dann auch etwas Ruhe für die Klausuren und die Hausarbeit (60 Seiten und drei Monate Zeit – ich bin gespannt).

Es ist schon ein bisschen gruselig, wenn das Ende des Studiums in greifbare Nähe rückt; schließlich gehe ich gerne zur Uni und freue mich immer wieder interessante Kurse, in denen ich viel lernen kann. Und dann erscheint plötzlich das bedrohliche Monster Staatsexamen mit all seinen bürokratischen Vorgaben, Anmeldefristen, Fristen zur Einreichung von Scheinen und Prüfungskorridoren. Da kann man leicht den Überblick verlieren…

Sommersemester 2010

Mitte April hat das Sommersemester 2010 angefangen, und nun läuft schon die dritte Woche. Dieses Mal bin ich ziemlich zufrieden mit meinen Kursen; ich habe alles bekommen, was ich machen wollte. Gezwungenermaßen ist in Englisch fast nur Sprachwissenschaft dabei:
Syntactic Inversion in Prose and Verse
Syntactic Problems
English Intonation
Morphological Theories

In Erziehungswissenschaften habe ich beide Seminare bekommen, die ich noch brauche, um endlich alle Punkte zusammen zu haben. Und in Geschichte hab ich auch weitestgehend alle Kurse zusammen, und was noch fehlt, kann ich abarbeiten, indem ich Hausarbeiten zu Kursen abgebe, die ich nie besucht habe – sehr praktisch.

Natürlich ist das Lesepensum dieses Semester auch wieder enorm. Ich bin gespannt, wie sich das alles entwickeln wird; momentan sitze ich jeden Morgen und Nachmittag im Zug und lese die Texte für die kommenden Tage. Der große Lichtblick im Sommersemester sind die vielen Feiertage und die freie Pfingstwoche.

Unilektüre

Für die Uni muss man oft eine Menge Dinge lesen, darunter vieles, was man freiwillig nicht unbedingt lesen würde. Eins der Bücher, die (bisher zumindest) ziemlich gut zu lesen sind, ist “English Intonation: An Introduction” von J.C. Wells. Dort werden die Grundlagen der Betonungsmuster in der englischen Sprache detailliert und überwiegend klar erläutert.

Von meinem Dozenten kommen nun jede Woche Mails mit Aufgaben zu den zu bearbeitenden Kapiteln. Heute kam als letzte Anmerkung noch folgendes:

“4. I find Wells’ explanations of the “generalized meanings of different tones” in sect. 2.26 neither clear nor convincing. So, don’t wreck your brains about them.”

Wie gut, wenn man als Studie mit solchen Meinungen nicht immer alleine dasteht. Aber daran sieht man dann wieder, dass es kein “perfektes” Lehrbuch gibt, das jedem zusagt.

Letztens in der Uni

Wieder mal ein sehr intelligenter Spruch von einer angehenden Lehrerin, die während eines Referats Kommilitonen um eine Meinung fragt und dann nicht so recht begründen kann, warum sie mit dieser Meinung nicht übereinstimmt:

“”Nein, weißt du, das ist ein Tip, wo ihr darauf achten sollt, dass es nicht so einfach ist.”

Alles klar…

Gedenkveranstaltung und Zeitzeugenbesuch

Anlässlich der Reichskristallnacht, die sich in der vergangenen Woche zum 71. Mal jährte, veranstalteten wir im Rahmen eines Seminars eine kleine Gedenkveranstaltung in der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal. Auch wenn nicht sehr viele Leute da waren, so kam das etwa halbstündige Programm doch gut bei den Anwesenden an. Neben zwei kurzen Redebeiträgen, die die Geschehnisse der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erläuterten, wurde aus dem Protokoll der Wuppertaler Feuerwehr vorgelesen. Den Abschluss des Abends bildete dann der Bericht einer älteren Dame, die die Ausschreitungen damals miterlebt hatte. Sie erzählte uns sehr bewegend von ihrem Leben als halbjüdisches Mädchen in Wuppertal während des Nationalsozialismus. Mich berühren solche Erlebnisberichte von Zeitzeugen immer wieder aufs Neue; wenn man hört, was diese Menschen durchgemacht haben, wird einem erst so richtig bewusst, wie gut es uns geht.