Archive for the ‘Schwimmen’ Category

Frauen und Motorrad

Ich hätte es ja nicht gedacht, aber es passiert wirklich erschreckend oft, dass man als Frau für unfähig erachtet wird, mit einem Motorrad umzugehen. Nicht, dass einem dauernd gesagt würde, dass das schlecht sei, aber da ist oft ein regelrechter Unglaube (“Wie, das ist DEIN Motorrad vor der Tür?!”) oder übertriebener Zuspruch (“Das ist ja super, dass du als Frau Motorrad fährst!”). Interessant daran ist, dass ich eigentlich recht viele Frauen kenne, die selber Motorrad fahren; das Klischee “Mann fährt, Frau fährt mit” stimmt jedenfalls schon lange nicht mehr. Auch wenn es immer noch in weiten Teilen eine Männderdomäne ist, könnte man das eigentlich mitbekommen haben. Und auch wenn man – wie ich – technisch nicht sehr versiert ist und sich nicht für Tuning interessiert, kann man trotzdem Motorrad fahren; es ist ja auch nicht jeder Autofahrer der geborene Schrauber.

Lustig war es jedenfalls heute beim Schwimmen. Ich bin nicht häufig mit dem Motorrad dort, weil mir Bus und Bahn im Alltag auch reichen, aber die meisten Kinder dürften es mittlerweile mitbekommen haben. Trotzdem musste ich der ersten Gruppe jedes Feature meines Helms erklären (Belüftung, Visier, Headset), und beim Umziehen am Ende kam dann – ich war gerade dabei, die Motorradjacke anzuziehen – von einem der Mädchen:
“Verena, fährst du Motorrad!?”
“Ja, deshalb hab ich ja die Motorradklamotten an.”
“Aber du bist doch ‘ne Frau! Frauen fahren nicht Motorrad!”

Soviel zur emanzipierten Jugend von heute…

 

Fragen über Fragen

Gestern abend beim Schwimmen. Ein Mädchen, 8 Jahre alt, hält beim Einschwimmen an und fragt mich:
“Verena, weißt du, wo die Fuxball WM stattfindet?”
“Ja klar, in Südafrika.”
Schockiertes Schweigen – “Woher WEISST du das?!”
Ich würde mal vermuten, dass hat mittlerweile fast jeder (unfreiwillig) mitbekommen. Und Freitag geht es dann tatsächlich los. Ich bin gespannt!

 

Umzug

Nun ist es endgültig klar: Am 8. März 2010 wird das Schwimmbad Röttgen wegen der anstehenden Renovierungsarbeiten geschlossen. Das bedeutet für uns Schwimmer, dass wir mit Kind und Kegel in die Schwimmoper umziehen müssen, die dann (hoffentlich!) endlich wieder geöffnet wird. Wir sind sehr gespannt auf die völlig umgestaltete Schwimmoper, wären aber viel lieber im beschaulichen Röttgen geblieben, wo wir die Kinder, je nach Andrang im öffentlichen Badebetrieb, auch mal vom Turm springen lassen konnten. Das wird wohl nun unmöglich, wenn wir zusammen mit fünf oder sechs weiteren Vereinen zeitgleich im Becken trainieren müssen. Auch bekommen wir wahrscheinlich “nur” eine Innenbahn, was für die größeren kein großes Problem darstellt, für die jüngeren aber schon. Für uns Trainer heißt das: viel Rennerei um das halbe Becken herum (man kann z.B. die Sechsjährigen ja nicht immer zwei Bahnen am Stück schwimmen lassen), nicht mehr neben unsicheren Kindern hergehen können oder während des Schwimmens Verbesserungsvorschläge geben können. Außerdem wird es bestimmt “lustig”, wenn unsere Kinder zum ersten Mal alleine durch ein ihnen unbekanntes Schwimmbad finden müssen – da werden sich bestimmt einige verlaufen. Bin mal gespannt, wie es dann ab März tatsächlich wird…

 

Der erste Schnee

Eigentlich wollte ich gestern noch bloggen, wie viel Glück wir hier in der Gegend doch hatten, von dem großen Schneechaos verschont zu bleiben. Doch während gestern nur ein paar Flocken vom Himmel fielen, schneite es heute sowohl in Wuppertal als auch in Hagen quasi durchgehend.

Morgens ging noch alles glatt, sowohl die Züge als auch Busse fuhren in beiden Städten. Heute nachmittag dann schon Radioansagen, dass auf allen Linien der WSW mit Verspätungen zu rechnen sei. Trotz dieser Vorwarnung war ich überpünktlich am Schwimmbad, wo prompt äußerst wenige Kinder zum Training erschienen. Immerhin hatten wir mit diesen viel Spaß, konnten ausgiebig tauchen üben und haben sogar Geschenke bekommen.

Dank meines netten Kollegen kam ich danach (20 Uhr) zum Hbf, ohne auf die Busse angewiesen zu sein. Obwohl mein Zug ausfiel hatte ich in zweifacher Hinsicht Glück: Eine Stunde vorher muss wohl der Zugverkehr in Richtung Hagen komplett stillgestanden haben. Als ich um 20:30 Uhr ankam, war zwar mein Zug gestrichen worden, jedoch fuhr die S-Bahn (ausgerechnet die S-Bahn!!) nach Hagen pünktlich. Dauerte zwar länger, aber immerhin bin ich gut angekommen :) Hier ist es, wie in Wuppertal, immer noch am Schneien. Im Laufe des Tages sind wohl so 4 – 5cm liegen geblieben. Wetten, dass zu Weihnachten alles wieder weg ist?

 

Weihnachtsfeier

Es ist die Zeit der Weihnachtsfeier, und am Samstag war es auch für unsere Schwimm-Kinder (ASV Wuppertal) soweit. Im Vereinsheim sollte die Party steigen, wie jedes Jahr. Und wie es sich in den letzten Jahren etabliert hatte, sollten die Kinder bis 10 Jahre nachmittags kommen, die Älteren dann etwas später; abends gab es dann die Feier für die Erwachsenen.

Um 14 Uhr trudelten die Jüngeren ein, und zwar so viele, dass die Stühle so grade eben reichten; insgesamt waren es wohl etwa 60 Kinder. Das Büffet aus den Mitbringseln der Kinder war so reichhaltig, dass kaum die Hälfte verzehrt werden konnte. Zwei Stunden lang hatten wir unseren Spaß bei Essen und Spielen. Im Anschluss ging es mit den Größeren weiter. Allerdings kamen hier nur 9 Kinder (bei 8 anwesenden Übungsleitern), sodass es eine gemütliche kleine Runde wurde. Das gab uns Zeit, besonders schöne Kunstwerke aus Butterkeksen, Zuckerguss und Gummibärchen zu basteln. Insgesamt ein schöner Nachmittag :)

 

Letztes Training vor den Sommerferien

Heute abend findet unser letztes Schwimmtraining für die nächsten sechs Wochen statt; in den Ferien lohnt es sich nicht, da von 10-15 Kindern immer eine Menge nicht da sind. Natürlich wird in der letzten Woche auch kein richtig “hartes” Training mehr durchgezogen, darauf hat niemand mehr Lust. Das sind dann die Tage, an denen man nach Ringen tauchen, mehrere Staffeln schwimmen, Spiele machen oder entspannende Schwimmarten wie Rücken Altdeutsch ausprobieren kann. Mal schauen, was wir uns für heute schönes überlegen.

 

Schwimmen auch für Muslime

Es gibt nun ein Urteil, nachdem auch muslimische Mädchen im Grundschulalter verpflichtet sind, am Schwimmunterricht teilzunehmen. Das halte ich für eine sehr, sehr wichtige und richtige Entscheidung! Religion hin oder her, aber es können nicht immer und überall Extrawürste für manche Religionsgemeinschaften gebraten werden. Das hat jetzt nichts mit Islamfeindlichkeit oder Ausländerhass zu tun, sondern ist einfach ein Teil von Integration in die deutsche Kultur: Wohnt man in einem Land, gehen die Kinder in diesem Land zur Schule, dann muss man sich zumindest bis zu einem gewissen Grad an die Gepflogenheiten in diesem Land anpassen. Beliebtes Beispiel in diesem Fall: Deutsche können sich in einem streng muslimischen Land auch nicht so einfach im Bikini an den Strand setzen.

Es ist ja nichtmal so, dass die Mädchen in unzumutbarer Schwimmkleidung am Unterricht teilnehmen müssen – der sogenannte “Burkini” bietet eine Bedeckung des gesamten Körpers. Den finden die Eltern, die geklagt hatten, allerdings nicht angemessen, weil er sich mit Wasser vollsauge und beim Schwimmen hinderlich sei. Naja, genau das ist der Grund, warum die meisten Leute andere Badebekleidung tragen…

Ich habe in meinen Schwimmgruppen auch einige muslimische Mädchen, die durchaus im Badeanzug oder gar im Bikini schwimmen gehen. Da finden auch die Eltern nichts schlimmes bei. Davon mal abgesehen finde ich es sehr wichtig für unsere Kinder, schwimmen zu können. Das hat nicht nur etwas mit Unterricht in der Schule zu tun, sondern ganz einfach mit lebenswichtigen Fähigkeiten!

 

Neue Erkenntnisse beim Schwimmen

Beim Schwimmen habe ich letzte Woche ganz neue Erfahrungen gemacht. Nach zwei anstrengend Dritteln mit zum guten Teil überdrehten und unkonzentrierten Kindern, wollten wir der dritten Gruppe etwas mehr Freiraum lassen. Da keine konkreten Wünsche zum Trainingsinhalt kamen (außer Staffeln und Springen, was für 50 Minuten Beschäftigung definitiv nicht ausreicht). Deshalb schlug ich vor, dass sie doch mal für 20 Minuten ihr eigenes Training machen könnten. Also faktisch schwimmen, wie und was und wie viel sie wollen, Hauptsache, sie bewegen sich und planschen und quatschen nicht zu viel. Das gleiche Konzept hatte vor Jahren mal eine meiner Trainerinnen mit unserer alten Gruppe ausprobiert – ich weiß noch sehr genau, dass es überhaupt nicht funktioniert hat, weil wir eben nur geplanscht und gequatscht haben.

Dementsprechend was ich äußerst überrascht, wie gut es mit unseren Großen klappte: Einer übernahm die Führung und schlug Übungen vor, die meisten machten mit und der Rest beschäftigte sich anderweitig sinnvoll. Sogar die ungeliebte Lage Delphin wurde freiwillig geschwommen! Am Ende hatte ich besonders viel Spaß beim Zuschauen: Nach einigen Runden zu zweit schwimmen (einer hält sich an den Füßen des andern fest, sodass einer beim Schwimmen für den Beinschlag, der andere für den Armschlag sorgt – ist als Übung bei vielen nicht besodners beliebt, da von der Koordination her schwierig), begannen die Mädels, die gleiche Übung zu dritt zu machen. Habe ich vorher noch nie gesehen und stelle ich mir ziemlich anstrengend vor. Das zogen die drei aber mit sehr großer Ausdauer durch, sogar in Delphin (und Delphin Armschlag ist ohne Unterstützung durch die Beine unglaublich schwer!). Die Jungs versuchten das gleiche währenddessen zu viert. Nachdem das nicht funktionierte, begannen sie, Streckentauchen durch die Beine der andern zu üben, was im 3,80m tiefen Becken nicht ganz einfach ist.

So waren im Endeffekt alle gut versorgt: Die Kinder hatten ein Training nach ihrem Geschmack und dabei noch viel Spaß, wir als Trainer hatten keinen Stress, mussten uns kein Gemecker über ungeliebte Aufgaben anhören und hattten nebenher unseren Spaß mit der super Selbstorganisation und dem Ideenreichtum der Kinder. Ich bin gespannt auf heute abend; vielleicht können wir so eine “Freischwimmphase” ja regelmäßig einbauen.

 

Abteilungsmeisterschaften 2008

Heute hatten wir unsere vereins- und schwimmabteilungsinternen Meisterschaften für das Jahr 2008 (im Dezember hatte es leider nicht mehr geklappt). Etwa 80 Aktive waren über 250 mal am Start und zeigten so, wie sehr sie sich im vergangenen Jahr gesteigert hatten. Unsere drei Gruppen stellten die meisten Kinder, sodass wir drei Trainer alle Hände voll zu tun hatten, um immer alle pünktlich an den Startblock zu bekommen.

Gleich zu Anfang ein kleiner Schock: Eine 9jährige kam in Unterwäsche zu mir an den Beckenrand – der Badeanzug war zu Hause geblieben. Zum Glück konnte ich mit meinem eigenen Badeanzug aushelfen. Ansonsten gab es die üblichen kleinen Aufregungen, wenn kurz vor dem Start ein Kind nicht aufzufinden war, aber insgesamt lief alles sehr gut, obwohl unsere Kinder nur selten auf Wettkämpfen sind und es für viele sogar das erste Mal war. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich heute “Wann bin ich dran?” gefragt wurde…

Jedes Kind hat jede seiner Strecken geschafft, alle haben gute Zeiten hingelegt. Für uns alle ein schönes Erlebnis, wunderbar abgerundet durch die Medaillien, die erstaunlich viele Kinder in ihren jeweiligen Jahrgängen gewonnen haben, z.T. trotz der harten Konkurrenz aus den Leistungsgruppen. Im März ist der nächste Wettkampf; hoffentlich können wir da an die guten Leistungen anknüpfen! Aber nächste Woche beim Training gibt’s erstmal eine kleine Belohnung.

 

Ansturm auf die Schwimmvereine

Schon seit Jahren sind die Gruppen der Schwimmvereine (zumindest hier in Wuppertal) hoffnungslos überlaufen, die Wartelisten bis zu einem Jahr lang, die Schwimmbäder überfordert und bis zur letzten verfügbaren Bahn ausgebucht. Hier kommt dies insbesondere daher, dass einige Bäder in den letzten Jahren zugemacht wurden, andere seit längerem renoviert werden. Hinzu kommt, dass sich zunehmend mehr Eltern entscheiden, dass es für ihre Kinder sinnvoll ist schwimmen zu lernen, was wir als Schwimmvereine natürlich sehr gut finden – nur leider können wir den Ansturm nicht bewältigen. Besonders für Quereinsteiger und ältere Kinder sieht es im Moment schlecht aus.

Unsere Gruppen haben sich in den letzten Wochen wieder dramatisch vergrößert. Nun haben wir in der 1. Gruppe (5-8 Jahre, Kinder mit Seepferdchen, die sicher Rücken und ansatzweise Kraul schwimmen können) 16 Kinder auf einer Bahn! Zwei werden ab nächster Woche eine Gruppe weiterrutschen, aber 14 Kinder sind immer noch eine ganze Menge. Schade ist vor allem, dass die Wartezeiten im Vergleich zu den tatsächlichen Schwimmzeiten dadurch länger werden und die Kinder sich eher langweilen oder anderweitig beschäftigen. Umso schwieriger für uns als Trainer, noch individuell auf die Kinder einzugehen. Aber unsere Neuen scheinen alle sehr aufgeweckt und nett zu sein, sodass wir bestimmt trotzdem gut voran kommen werden!