Auf nach Kurdistan! Tag 1 – Hinflug (Düsseldorf – Istanbul – Arbil)

Dienstag, 4.10.2011

Wuppertal -> Düsseldorf

Der Tag des Abflugs, Stress pur. Aufstehen noch vor 6 Uhr, um frühzeitig am Einwohnermeldeamt zu sein wegen meines vorläufigen Reisepasses. Kurz vor 7 da, erste in der Schlange, bis zur Öffnung des Einwohnermeldeamtes um 7:30 waren gute 40 Leute(!) hinter mir. Praktischerweise war ich nach gut zehn Minuten fertig und hatte endlich meinen Pass in der Hand – meine Versicherung, das ich auch wirklich fliegen würde! So richtig glauben konnte ich es aber noch nicht. Nun ging es ins Büro, um noch einige Dinge abzuarbeiten, bevor ich zum Flughafen musste. Dieser Plan wurde dadurch vereitelt, dass in der Nacht zuvor jemand ins Gebäude eingebrochen war und einige Büros aufgebrochen und ausgeräumt hatte. Unsere Tür war zwar aufgebrochen, jedoch nichts entwendet. Dennoch hieß mussten wir auf die Kripo warten, an Arbeit nicht zu denken. Danach noch kurz zur Bibliothek und in die Stadt, um ein paar Kleinigkeiten für unsere Gastgeber zu kaufen. Kurzfristig noch den Auftrag bekommen, Brot, Camembert und Salami mitzubringen, also noch schnell in einen Laden und dann zum Zug nach Düsseldorf gehetzt.

Düsseldorf -> Istanbul

Im Gegensatz zur Planung lief bei der Durchführung glücklicherweise alles glatt: um 11 Uhr im Zug, um 12 am Flughafen, Check In und Kontrollen ohne Probleme, noch fast zwei Stunden bis zum Abflug. Der Flug nach Istanbul war dann recht unspektakulär: nettes Personal, Essen okay, sehr viele Türken und wenige Deutsche im Flieger, neben mir eine libanesische Familie mit zwei kleinen Kindern, mit der ich mich ein bisschen unterhalten konnte.

Trübes Wetter beim Abflug in Düsseldorf

Trübes Wetter beim Abflug in Düsseldorf

Der fast fünfstündige Aufenthalt in Istanbul war recht langweilig; auch wenn der Transit recht groß ist, nach drei Rundgängen durch die Läden reicht es. Die Suche nach einer Steckdose oder Internet war vergeblich. Sobald mein Gate für den Weiterflug angekündigt war, setzte ich mich dort hin. Gute 1,5 Stunden vor Abflug fingen Mitarbeiter des Bodenpersonals an, die Pässe und Bordkarten aller Wartenden zu kontrollieren (also noch vor den Boardingkontrollen!). Von jedem wollten sie wissen, was sie in Arbil wollten. War auch wohl bei allen recht unspektakulär, nur mir wollte er nicht so recht glauben, dass ich dort Urlaub machen will. Also fünf Minuten Eiertanz: Wirklich Urlaub? Warum denn? Kenne ich da jemanden? Was mache ich beruflich? Und so weiter. Da fühlt man sich gleich unter Generalverdacht. Aber andererseits kein Wunder, das Verhältnis zwischen Türken und Kurden ist ja auch nicht einfach.

Istanbul bei Nacht

Istanbul bei Nacht

Istanbul -> Arbil

Der Weiterflug war dann letztendlich ebenso unspektakulär. Ich hatte einige Male einen schönen Blick über die beleuchteten Städte und Dörfer der Türkei und dann über Kurdistan. Der Blick auf Arbil zeigte, dass diese Stadt nicht gerade klein ist und einiges an gut beleuchteten Hochhäusern zu bieten hat. Der Flughafen Arbil kam mir auf den ersten Blick viel kleiner vor als er eigentlich ist; einige Schalter zur Passkontrolle (mein vorläufiger Reisepass erregte unsichere Blicke und das ß in meinem Nachnamen irritierte Nachfragen), der Einreisestempel im Pass genügt als Touristenvisum, das Gepäck kam nach einiger Wartezeit am einzigen Gepäckband an. Draußen wurde ich dann (mittlerweile war es 1:45) von Enno und Horst, dem Sohn unserer Gastgeber, erwartet. Mit dem Jeep ging es an den Kontrollen vorbei (ein Hoch auf Diplomatenausweise). Todmüde fiel ich dann gegen 2:30 ins Bett, voller Spannung auf meinen ersten Tag in Arbil.

Landung in Arbil

Landung in Arbil

Wie alles begann:
Spontanreise nach Arbil (Kurdistan/Nordirak)
Wie es weiterging:
Auf nach Kurdistan! Tag 2 – Arbil
Auf nach Kurdistan! Tag 3 – Arbil
Auf nach Kurdistan! Tag 4 – Arbil
Auf nach Kurdistan! Tag 5 – Dokan
Auf nach Kurdistan! Tag 6 – Arbil
Auf nach Kurdistan! Tag 7 – Arbil – Rückflug